Seiteninhalt

Wohnen

Bedarfsprognose des Regionalverbandes: Bis zum Jahr 2030 fehlen noch 184.000 Wohnungen


Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat eine Wohnungsbedarfsprognose jeweils für seine 75 Mitgliedskommunen bis zum Jahr 2030 erstellt. Insgesamt wurde dabei ein Bedarf von gut 184.000 Wohnungen ermittelt. Die Berechnungen stützen sich auf die gemeindeweise Bevölkerungsprognose der Hessen Agentur und eine Wohnungsbedarfsprognose des Darmstädter Instituts für Wohnen und Umwelt auf Kreisebene jeweils mit dem Zieljahr 2030. Der Regionalverband ergänzte diese Prognosen um Annahmen zum Flüchtlingszuzug und errechnete eine gemeindeweise Verteilung.

Die Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Bevölkerungszahl im Gebiet des Regionalverbandes um bis zu 200.000 Einwohner – plus 8,5 Prozent – auf 2,4 Millionen ansteigt. Für die Stadt Frankfurt wurden bis zu 773.000 Einwohner ermittelt. Eingerechnet ist ein Flüchtlingszuzug nach Deutschland bis zum Jahr 2020 von drei Millionen sowie ein weiterer Zuzug bis zum Jahr 2030 von einer Million. Die Zahlen wurden nach dem Königsteiner Schlüssel des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge entsprechend auf das Regionalverbandsgebiet heruntergerechnet.

Der Anteil von noch zu bauenden Wohnungen für Flüchtlinge liegt bis zum Jahr 2030 bei zirka 27. 000, das sind rund 15 Prozent des Gesamtbedarfs von 184.000 Wohnungen. Damit wird deutlich, dass auch ohne Flüchtlingszuzug ein sehr hoher Wohnungsbedarf in naher Zukunft besteht.

Wohnungsbau_Riedberg2Insgesamt ergibt sich für den kurzfristigen Zeitraum bis 2020 – auf Grund des hohen Nachholbedarfs und der angenommenen Flüchtlingszahlen – ein Wohnungsbedarf von schätzungsweise 14.600 Wohnungen pro Jahr, danach – zwischen 2020 und 2030 – liegt der Bedarf immer noch bei 8.200 Wohnungen pro Jahr. Für den Gesamtzeitraum bis zum Jahr 2030 wurde ein Durchschnittsbedarf von voraussichtlich 10.900 Wohnungen pro Jahr errechnet.

Zum Vergleich: Von 2010 bis 2014 wurden rund 32.300 Wohnungen im Verbandsgebiet gebaut, das waren im Durchschnitt knapp 6.500 pro Jahr. Im Falle der Deckung des Bedarfs von 14.600 Wohnungen pro Jahr bis 2020 würde dies mindestens eine Verdoppelung der derzeitigen Bauintensität erfordern.

Die Bedarfszahlen für die 75 Städte und Gemeinden des Regionalverbandes können Sie sich unten im Downloadbereich herunterladen.

 

Runder Tisch Wohnen

Die Bevölkerung der Metropolregion FrankfurtRheinMain wächst und die wirtschaftliche Entwicklung ist positiv. Eine Folge dieser insgesamt positiven Entwicklung ist die Verknappung bezahlbaren Wohnraums. Verschärft wird diese Verknappung durch einen Immobilienboom bislang nicht gekannten Ausmaßes. Die Mieten steigen mit den Immobilienpreisen. Wohnquartiere werden aufgewertet und gentrifiziert, ehemals geförderter Wohnbau läuft mit dem Ende der Sozialbindung aus und in Innenstadtlagen werden zusätzlich Wohnungen in Dienstleistungs- und Büroflächen umgewandelt. Facharbeiter und andere Berufsgruppen mit mittlerem bis geringem Einkommen können sich das Leben in der Stadt somit kaum noch leisten. Um dieser drohenden Schieflage entgegenzuwirken und zumindest ein Quantum an bezahlbaren Wohnraum zu sichern, haben sich sowohl Bürgermeister der Kommunen der Metropolregion als auch Vertreter der Wohnungswirtschaft zum „Runden Tisch Wohnen“ zusammengeschlossen.

Der Grundgedanke des „Runden Tisches Wohnen“ ist, dass Städte und Gemeinden im Umkreis der Ballungszentren Bauland bereitstellen. Auf diesem sollen dann öffentliche Wohnbaugesellschaften, aber auch private Investoren, Reihen- oder Mehrfamilienhäuser errichten, die einen Miet- oder Kaufpreis unter dem ortsüblichen Niveau aufweisen. Zur Ermittlung geeigneter Flächen wurden seit dem Jahr 2013 alle Gemeinden der Metropolregion FrankfurtRheinMain kontaktiert und gebeten, einen Fragebogen zu potenziellen Flächen auszufüllen. Insgesamt kamen so circa 600 Hektar zusammen – das entspricht in etwa 850 Fußballfeldern.

Die Vermarktung der Flächen erfolgt über das kommunale Immobilienportal der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Unter www.kip-frankfurtrheinmain.de/entwicklungsareale können Investoren Standortinformationen wie Größe, Erreichbarkeit oder Planungsstand abrufen, Karten einsehen und mit den kommunalen Anbietern über ein Kontaktformular direkt in Verbindung treten. Zusätzlich werden die Flächen auf der Immobilienmesse Expo Real in München und auf diversen Fachveranstaltungen präsentiert. Die Erfolgskontrolle des „Runden Tisches Wohnen“ ist durch ein Monitoring-Verfahren gewährleistet. Neue Flächen werden kontinuierlich abgefragt und in das Portal eingestellt.

Der Runde Tisch setzt sich mit dem Thema Wohnen auch qualitativ auseinander. Eine im Jahr 2015 initiierte Veranstaltungsreihe informiert Vertreter der Kommunen über Handlungsfelder, Probleme und Lösungsansätze im Wohnungswesen. So stellen sich aktuell die kostengünstige und menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen sowie die Errichtung von sozialem Wohnungsbau als zentrale Herausforderungen dar. Darüber hinaus richten wir einen Studentenwettbewerb aus. Im Rahmen dieses Wettbewerbs entwerfen Studenten der FH Frankfurt verschiedene Bebauungspläne für Flächen aus dem Runden Tisch Wohnen. Ziel ist es, Kommunen neue kreative Ideen und Impulse zu geben sowie die Umsetzung von Bauvorhaben aktiv voranzutreiben.


Gemeldete Flächen der Kommunen (2013 bis heute)

Kommune Flächen Flächensumme (ha)
Alzey 4 1,16
Aschaffenburg 2 30,0
Bad Homburg v. d. Höhe 2 5,7
Bad Nauheim 1 0,5
Bad Vilbel 1 15,0
Blankenbach 1 0,29
Bruchköbel 2 10,9
Darmstadt 1 24,0
Dieburg 2 15,8
Dietzenbach 2 2,2
Eich 1 2,5
Elbtal 1 2,48
Eppertshausen 1 4,0
Eppstein 1 0,6
Erlensee 4 12,9
Eschborn 7 16,7
Flieden 2 1,3
Friedberg 3 41,7
Geisenheim 2 5,18
Grebenhain 22 25,24
Hofheim am Taunus 1 25,0
Hünstetten 1 0,3
Kelkheim (Ts.) 2 1,26
Kronberg 7 18,2
Langen 2 33,4
Mainhausen 1 0,26
Mainz 1 30,0
Michelstadt 1 7,0
Mörfelden-Walldorf 1 0,35
Neu-Isenburg 3 15,1
Niddatal 1 5,0
Nidderau 1 12,0
Niederdorfelden 2 7,3
Offenbach 8 81,0
Rabenau 3 0,16
Rockenberg 2 0,23
Rödermark 1 0,7
Rosbach v. d. Höhe 2 16,0
Rüsselsheim 3 29,3
Schöllkrippen 1 0,15
Schöneck 3 0,75
Schotten 2 6,9
Seligenstadt 1 4,0
Sinntal 8 12,13
Sprendlingen-Gensingen 5 24,1
Stockstadt am Rhein 1 25,0
Weilrod 5 2,44
Weiterstadt 1 20,0
Wiesen 2 0,99
Worms 2 1,68
Wörrstadt 3 14,4
Gesamt 139 613,25

 

WebGIS-basiertes Werkzeug des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain zur Erfassung von Innenentwicklungspotenzialen

Der Regionalverband FrankfurtRheinMain unterstützt seine Mitgliedskommunen bei der Erstellung von Baulandkatastern. Hierfür werden anhand des aus den automatisierten Liegenschaftskarten abgeleiteten Bebauungsanteils innerhalb der Wohn- und Mischgebiete potenzielle Baulücken und geringfügig bebaute Grundstücke (<15 % Bebauung) dargestellt.

Die vom Regionalverband entwickelte Online-Anwendung ermöglicht es den Kommunen, die automatisiert erstellten Potenziale menügeführt und damit sehr anwenderfreundlich zu evaluieren und anzupassen. Durch die Nutzung des WebGIS-basierten Werkzeugs ist es den Kommunen möglich, die Daten stets auf dem aktuellen Stand zu halten – ein deutlicher Vorteil gegenüber der eher statischen Variante einer analogen Karte.

Die Kommunen verfügen neben der interaktiven Karte auch über aktuellen Statistiken auf Ortsteilebene und für die Gesamtgemarkung. Alle Kommunen können diese Daten nutzen, um bei Neuinanspruchnahmen von Flächen in der Begründung von Bauleitplanverfahren dokumentieren zu können, dass sie sich mit den Potenzialen im Innenbereich auseinandergesetzt haben. Hiermit kommen sie den Forderungen des Gesetzes zur Stärkung der Innenentwicklung nach. Ein Teil der Kommunen entwickelt auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine Strategie zur Aktivierung der Innenentwicklungspotenziale, damit wird eine flächensparende Siedlungsentwicklung in den Kommunen unterstützt. Die Baulücken können aus dem Tool heraus direkt in die kommunalen Homepages integriert werden. Damit ist gewährleistet, dass auch dort stets ohne zusätzlichen Aufwand die aktuellsten Daten sichtbar sind.

WebGIS-basiertes Tool zur Erfassung der Baulücken und geringfügig bebauten Grundstücke

WebGIS-basiertes Tool zur Erfassung der Baulücken und geringfügig bebauten Grundstücke

 

Potenziale für zusätzlichen Wohnraum im Siedlungsbestand der 50er- bis 70er-Jahre - Ergebnisse eines Modellprojektes für ein klimagerechtes Flächenmanagement

In der Region FrankfurtRheinMain besteht ungebrochen eine sehr hohe Nachfrage nach Wohnungen. Der Regionalverband unterstützt schon lange die Kommunen darin, diesen Wohnungsbedarf auch durch Schließen von Baulücken und eine dichtere Bebauung zu decken. Dies ist flächensparend und damit klimagerecht. Das Bundesumweltministerium fördert Konzepte, die sich in dieser klimagerechten Art und Weise mit Flächenmanagement beschäftigen. So konnte sich der Regionalverband in den vergangenen eineinhalb Jahren zusammen mit den Kooperationspartnern, den Städten Bad Homburg v.d.H. und Frankfurt am Main, mittels solch eines Förderprojektes mit den Wohnraumpotenzialen innerhalb des locker bebauten Siedlungsbestands der 50er-, 60er- und 70er-Jahre beschäftigen.

In den beiden Städten wurden exemplarisch Musterquartiere für Zeilenbau- und Großwohnsiedlungen sowie ältere Einfamilienhausgebiete ausgewählt. Diese dienten als Grundlage, um anhand modellhafter Entwürfe aufzuzeigen, wie eine zusätzliche Bebauung in den Bestand integriert werden könnte. Für den Siedlungstyp der Zeilenbausiedlungen wurden außerdem Ideen entwickelt, wie einhergehend mit der baulichen Verdichtung der Freiraum so aufgewertet werden kann, dass die Akzeptanz für die Nachverdichtung gefördert wird.

Energetische Untersuchungen zu den Musterquartieren waren ebenfalls Bestandteil des Modellprojektes. Diese belegen, dass insbesondere in den Geschosswohnbauten hohe Einsparpotenziale an Treibhausgasen erzielt werden können. Für alle drei untersuchten Siedlungstypen konnte aufgezeigt werden, dass nennenswerte Nachverdichtungspotenziale bestehen. Für die Zeilenbausiedlungen der Nachkriegsjahre konnten außerdem innerhalb des Förderprojektes die Potenziale im gesamten Gebiet des Regionalverbandes erfasst werden. Die Anzahl der so theoretisch ermittelten Wohneinheiten für die Region ist überraschend hoch. Insbesondere im engeren Verdichtungsraum und im Siedlungsbeschränkungsgebiet können dies schnell und auch kostengünstig zu hebende Potenziale für den so dringend benötigten Wohnraum sein. Am Ende des Projektes wurden die gewonnenen Erkenntnisse in einer Orientierungshilfe zusammengefasst. Diese stellt quasi eine Checkliste der wesentlichen Kriterien dar, anhand derer Quartiere im Hinblick auf ihre Eignung für Nachverdichtung bewertet werden können.

Weitere Informationen finden Sie im Abschlussbericht des Förderprojektes Klimagerechtes Flächenmanagement (PDF 23,5 MB).

 

 

Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2017