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Mit dem Fahrrad ruckzuck zur Arbeit

Regionalverband und Kommunen geben Machbarkeitsstudie für Radschnellweg in Auftrag

(tek) Der Regionalverband FrankfurtRheinMain und sieben Kommunen geben jetzt eine Machbarkeitsstudie für einen rund 30 Kilometer langen Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt in Auftrag. Der Fachbereich Bauingenieurwesen an der Hochschule Darmstadt begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Fast jeden Morgen haben wir das gleiche Bild: Die Straßen sind verstopft, die Züge oftmals überfüllt. Da möchten wir gegensteuern, beispielsweise mit einem Radschnellweg, der insbesondere für Berufspendler eine echte Alternative darstellen kann“, sagt die Erste Beigeordnete und für Verkehr zuständige Dezernentin beim Regionalverband, Birgit Simon. „Zudem ist dies auch noch ein hoher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.“ Aber auch für die Pedelecs, Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, die immer mehr Liebhaber fänden, sei eine solche Trasse wie geschaffen.

Die Merkmale für einen Radschnellweg sind: eine mehr oder minder direkte Wegführung ohne Umwege möglichst separat vom Auto- oder Fußgängerverkehr, wenig „Hindernisse“ mit nur geringen Wartezeiten wie beispielsweise Ampeln, eine hochwertige Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche, um hohe Fahrgeschwindigkeiten (mindestens 20 Kilometer pro Stunde) über weite Strecken zu ermöglichen, sowie drei bis vier Meter breite Fahrbahnen. Die Trasse sollte wie Autostraßen regelmäßig gewartet werden und es sollte einen Winterdienst geben. „Wenn wir dies alles realisieren können, dann, da bin ich mir sicher, wird der Weg auch gut angenommen“, erklärt Simon.

In Vorarbeiten wurden zwei Haupttrassen gefunden – eine bahnnahe Trasse und eine durch Siedlungsschwerpunkte verlaufende Trasse mit Untervarianten -, die in der Studie jetzt näher untersucht werden sollen. Die Kosten für die Studie liegen bei voraussichtlich etwas über 40.000 Euro. Die Finanziers sind der Regionalverband und die Städte Frankfurt und Darmstadt, die insgesamt 60 Prozent der Summe übernehmen, sowie die Städte Neu-Isenburg, Dreieich und Langen und die Gemeinden Egelsbach und Erzhausen, die die restlichen 40 Prozent beisteuern. Im Herbst dieses Jahres soll die Machbarkeitsstudie vorliegen, in der auch eine Kostenschätzung und ein Zeitplan für eine abschnittsweise Realisierung enthalten sind. Dabei kann teilweise auf bestehende Wege zurückgegriffen werden, hier sind dann nur ergänzende Wegweisungen oder Markierungen erforderlich. In einigen Abschnitten wird aber voraussichtlich ein Ausbau bestehender Wege oder ein Neubau erforderlich sein. Sollte sich dieser erste Radschnellweg im Rhein-Main-Gebiet nach der Realisierung auch bewähren, wären weitere Radschnellwege in Richtung Hanau, Bad Homburg oder Wiesbaden denkbar.

Weitere Zitate:

Stefan Majer, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt: „Radschnellwege sind ein grundlegender infrastruktureller Baustein, um die Attraktivität des Radverkehrs im Stadt-Umland-Verkehr deutlich zu steigern.“

Frieder Gebhardt, Bürgermeister der Stadt Langen: „Das ist eine beispielhafte Initiative, die die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main unterstreicht. Ein sensibler Punkt ist angesichts der monetären Lage nicht nur meiner Kommune allerdings die Finanzierung.“

Stefan Schmitt, Erster Stadtrat der Stadt Neu-Isenburg: „Die Stadt Neu-Isenburg hat täglich über 17.000 Einpendler, für die wir gerne die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad optimieren möchten. Auch möchten wir die Erreichbarkeit für Radfahrer aus Neu-Isenburg insbesondere nach Frankfurt verbessern. Insofern wäre ein Radschnellweg eine ideale Ergänzung für das ohnehin gute Angebot an Verkehrswegen für Neu-Isenburg. Wir sind bei der Planung in jedem Fall dabei.“

 

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