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Regionalverband FrankfurtRheinMain

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Dr. Peter Stock

Dr. Peter Stock
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Energie/Umwelt und Innovation

Tel.: 069 / 2577-1430
E-Mail: stock@region-frankfurt.de

Regionalverband FrankfurtRheinMain
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Neues Angebot:
Interaktive Umweltpüfung WebSUP

Umwelt / Umweltprüfung

UmweltprüfungDer Regionalverband FrankfurtRheinMain will mit seiner Planungstätigkeit dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln. Ziele sind die Gewährleistung gesunder und sicherer Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft. Insbesondere sollen negative Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Luft, Landschaft, Kultur- und Sachgüter vermieden und eine sparsame und effiziente Nutzung von Energie und Rohstoffen vorangetrieben werden.

Als Grundlage für das Aufstellen und Ändern des Regionalen Flächennutzungsplans (RegFNP), seiner Teilpläne und des Landschaftsplans sowie für die Beratung der 75 Verbandskommunen sammelt und bewertet der Bereich Energie/Umwelt Umweltdaten, die den Ist-Zustand und die Entwicklung der verschiedenen Umweltmedien beschreiben. Dieses Daten- und Kartenmaterial ist auch eine wichtige Grundlage für die Umweltprüfung.

Im Folgenden können Sie sich genauer zu diesen Themen informieren:

Umweltprüfung

Die Umweltprüfung ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren, das Umweltauswirkungen von Regionalplänen, Bauleitplänen und Landschaftsplänen untersucht. Sie wird beim Aufstellen und bei Änderungsverfahren des Regionalen Flächennutzungsplans (RegFNP), des Teilplans Erneuerbare Energien und des Landschaftsplans angewandt und ermittelt die voraussichtlichen erheblichen Auswirkungen, die die Durchführung einer Planung auf die Umwelt haben kann. In der Umweltprüfung sind auch vertiefende Verfahren zur FFH-Verträglichkeit, zum Artenschutz, zu Konflikten mit Störfallbetrieben nach der Seveso II-Richtlinie und zur Landschaftsverträglichkeit enthalten. Im Einzelnen werden die Auswirkungen auf folgende Umweltaspekte und deren Einzelbelange geprüft:

Die hierbei ermittelten voraussichtlichen erheblichen Auswirkungen, die die Durchführung einer Planung auf die Umwelt haben kann, sowie vernünftige Alternativen hierzu, die die Ziele und den jeweiligen geografischen Anwendungsbereich berücksichtigen, sind in einem Umweltbericht zu beschreiben und zu bewerten. Dabei sind insbesondere auch die für die Planung bedeutsamen Umweltschutzziele einschlägiger Fachgesetze und Fachpläne zu berücksichtigen.

Der Umweltbericht bildet die wichtigste Grundlage für die spätere Überwachung der erheblichen Auswirkungen (Monitoring), die der RegFNP bzw. die RegFNP-Änderungen bei ihrer Durchführung haben können.

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Interaktive Umweltprüfung (WebSUP)

Sie haben hier die Möglichkeit, eine interaktive Umweltprüfung durchzuführen.
Oder klicken Sie auf das Bild um die WebSUP aufzurufen:

Externer Link: Beispiel WebSUP

Die interaktive Umweltprüfung (WebSUP) unterstützt die Verwaltungen der Verbandskommunen und der Landkreise bei der Abgabe von Stellungnahmen, beim Aufstellen von Bebauungsplänen (beispielsweise Scoping-Verfahren) und beim Prüfen von Planungsalternativen. Das automatisierte Dokumentations- und Bewertungsinstrument wurde für den RegFNP entwickelt und prüft die Umweltauswirkungen von Einzelplanungen im regionalen Maßstab. Gesetzlich vorgeschriebene Umweltprüfungen auf Bebauungsplan- oder Projektebene kann es jedoch nicht ersetzen. In nur einer Minute werden am Bildschirm die Auswirkungen beliebig planbarer Flächennutzungen auf die einzelnen Umweltaspekte ermittelt und bewertet.

Die Datenbasis der Umweltprüfung wird laufend, mindestens jedoch jährlich aktualisiert und bei Bedarf und Verfügbarkeit um neue Inhalte erweitert.

Eine Beschreibung des aktuellen Verfahrens zur Umweltprüfung und der verwendeten Datengrundlagen steht als Download zur Verfügung.

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Monitoring

Zur Überwachung der erheblichen Umweltauswirkungen wird ein Monitoring durchgeführt. Im Rahmen des Monitorings sollen insbesondere unvorhergesehene, negative Umweltauswirkungen ermittelt und dadurch der Planungsträger in die Lage versetzt werden, geeignete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen. Die Erkennung unvorhergesehener Auswirkungen stellt somit die Hauptaufgabe des Monitorings dar. Unvorhergesehene Auswirkungen können resultieren aus unvorhergesehenen Planaktivitäten, wie z.B. räumlichen Abweichungen von der Planung, sich ändernden Rahmenbedingungen (z.B. sich änderndem Verkehrsverhalten) sowie Prognoseunsicherheiten bzw. Kenntnislücken bei der Erstellung des Umweltberichtes (z.B. aufgrund von fehlenden Datengrundlagen).

Die Überwachung der unvorhergesehenen Umweltauswirkungen erfolgt primär über den Vergleich der Prognosen im Umweltbericht (vorhergesehene Umweltauswirkungen) mit den tatsächlich eingetretenen Umweltauswirkungen, indem die Art und Größenordnung der Abweichungen sowohl in negativer als auch positiver Richtung ermittelt werden. Der Detaillierungsgrad der Überwachungen ist am Detaillierungsgrad des RegFNP bzw. am Detaillierungsgrad der SUP ausgerichtet.

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Lärm 

Die Region Rhein-Main gehört zu den dicht besiedelten und verkehrsreichen Gebieten Deutschlands. Eine Folge davon ist die Umweltbelastung durch Lärm. Ziel ist es, diesen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.

Verkehrslärm

Verkehrslärm – eine erhebliche Belastung für die Region

Der hier fast überall und zu jeder Zeit wahrzunehmende Lärm wird von den meisten Menschen als störend empfunden. Aus der allgemein gestiegenen Anforderung an die persönliche Mobilität und die Effizienz beim Gütertransport resultiert ein umfangreicher Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit der unerwünschten Folge, dass der Lärm fast allgegenwärtig auftritt und als lästig empfunden wird. Die Verkehrsströme über den Rhein-Main-Flughafen sowie auf dem dichten und stark befahrenen Straßennetz und den Schienenstrecken im Ballungsraum tragen zu der erheblichen Lärmbelastung der Menschen in der Region bei.

Der Lärm ist nicht nur lästig und störend, sondern kann bei großer Lautstärke auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Daher müssen durch geeignete Maßnahmen schädliche Umwelteinwirkungen durch Lärm vermindert oder beseitigt werden oder besser noch von vornherein vermieden werden.

Stark befahrene Straße inmitten eines Wohngebietes

Eine stark befahrene Straße führt mitten durch ein Wohngebiet.

Dies ist z. B. mit den Mitteln einer integrierten Planung möglich. Bei der Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete, neuer Verkehrswege etc. sollte die Minimierung der damit verbundenen Lärmbelastung selbstverständlich sein.

Was hören wir? Hören ist eine sehr individuelle Eigenschaft. Jeder von uns empfindet Schall auf unterschiedliche Weise. Erfahrungen, Absichten, Wünsche und viele weitere Faktoren beeinflussen uns beim Beurteilen von Geräuschen. Das, was wir wahrnehmen, ist subjektiv. Von Lärm sprechen wir erst, wenn Geräusche uns stören oder gefährlich für unsere Gesundheit sind.

Unser Gehör ist außerordentlich leistungsfähig. Zwischen Hörschwelle und Schmerzgrenze verfügt es über eine erstaunlich breite Spanne zur Wahrnehmung des Schalls.

Um diese Spanne physikalisch zu beschreiben, sind riesige Zahlen nötig. An der Schmerzgrenze liegt die Schallintensität um den Faktor 10.000.000.000.000 (zehn Billionen) über dem Wert der Hörschwelle. Da wir mit Schall in dieser großen Spannweite, die unser Ohr vorgibt, rechnerisch umgehen müssen, sind mathematische Hilfen nötig. Dafür wurde die logarithmische Maßzahl Dezibel (dB) eingeführt. Die Hörschwelle liegt bei 0 dB, die Schmerzgrenze bei 120 dB.

Hören - Beispiele für verschiedene dB(A)

Für Logarithmen gelten besondere Rechenregeln. Werden zwei gleichlaute Schallquellen addiert, erhöht sich der Pegel um 3 dB. Zwei gleich laute Schallquellen mit 60 dB ergeben in der Summe also einen Pegel von 63 dB. Diesen Unterschied können wir deutlich wahrnehmen. Damit wir eine Schallquelle aber als doppelt so laut wie eine andere empfinden, muss der Pegel sogar um 10 dB höher liegen.

Auf Basis von Mess- und Beurteilungsmethoden werden Grenzwerte definiert. Sie sind administrative Instrumente des Lärmschutzes und sollen Lärmabstrahlungen (Emissionen) direkt an der Quelle und Lärmeinwirkungen (Immissionen) auf die Betroffenen begrenzen.

Lärm in der Region: Lärmbelastung macht vor kommunalen Grenzen keinen Halt. Deshalb ist eine großräumige Betrachtung eher geeignet, die Probleme einzugrenzen und gezielt darauf hinzuweisen, an welchen Stellen Detailuntersuchungen nötig sind.

Als Beurteilungsbasis für die Planungsaufgaben des Verbandes muss die Lärmsituation in der Region Rhein-Main großräumig dargestellt werden. Dies ist die Grundlage für die Umweltprüfung von Regionalem Flächennutzungsplan und Landschaftsplan.

Die Hauptverursacher der Lärmbelastung in unserer Region sind der Straßenverkehr, der Flugverkehr und der Schienenverkehr. Eine sinnvolle Beurteilung der Auswirkungen des Verkehrslärms lässt sich nur mithilfe großflächiger Lärmberechnungen bewerkstelligen. Sie geben die durchschnittliche Lärmbelastung auf der Grundlage der aktuellen Verkehrsbelastung wieder.

Karten zur Lärmbelastung durch den Straßenverkehr in der Region finden sich auf den Internetseiten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Lärmkarten für den Schienenverkehr können auf den Internetseiten des Eisenbahnbundesamtes angesehen werden, und Informationen rund um den Fluglärm in unserer Region bieten die Seiten des Forums Flughafen und Region mit seinem Umwelt- und Nachbarschaftshaus.

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Störfallbetriebe

Die Umweltprüfung und die Regionale Flächennutzungsplanung müssen die Seveso-II-Richtlinie (2003/105/EG) als weitere EU-Rahmenvorgabe berücksichtigen, wie sie im Paragraf 50 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) umgesetzt wurde. Danach haben die Planungsträger dafür zu sorgen, dass bei der Ausweisung von Planflächen zwischen Störfallbetrieben und bestimmten schützenswerten Gebieten ein angemessener Sicherheitsabstand eingehalten wird. Nach Paragraf 50 BImSchG sind bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen die für eine bestimmte Nutzung vorgesehenen Flächen einander so zuzuordnen, dass von schweren Unfällen in Störfallbetrieben hervorgerufene Auswirkungen auf Wohngebiete sowie sonstige schutzbedürftige Gebiete so weit wie möglich vermieden werden. Vor allem bei der Festlegung und Darstellung von ausschließlichen oder überwiegenden Wohngebieten sowie sonstigen schutzwürdigen Gebieten, insbesondere öffentlich genutzten Gebieten, wichtigen Verkehrswegen, Freizeitgebieten und unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes besonders wertvollen oder empfindlichen Gebieten und öffentlich genutzten Gebäuden, muss geprüft werden, ob und ggf. welche Störfallbetriebe in der Nachbarschaft vorhanden sind und ob sich hieraus Konsequenzen für die Bauleitplanung ergeben können.

Das Regierungspräsidium Darmstadt stellt dem Regionalverband regelmäßig aktualisierte Listen der Störfallbetriebe und der erforderlichen Achtungsabstände für empfindliche Nutzungen zur Verfügung. Die Achtungsabstände wurden dabei auf der Grundlage eines Leitfadens der Störfallkommission ermittelt oder sind Ergebnisse von Einzelgutachten. Der Regionalverband erstellt hieraus regelmäßig eine digitale Karte der Betriebs- und Achtungsabstandsbereiche, die schließlich in den Planverfahren und der Umweltprüfung direkt genutzt werden kann.

Potentielle Seveso II-Störfallbetriebe

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Boden 

Der Boden ist die belebte oberste Verwitterungsschicht der Erdkruste. Nach unten wird er begrenzt durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch eine Vegetationsdecke und die Atmosphäre. Er besteht aus anorganischen Mineralien und organischem Humus und ist in seinen Hohlräumen mit Bodenlösungen und Bodenluft gefüllt.

Kinder graben Boden um

Der Boden ist das Produkt eines langfristig ablaufenden Wechselwirkungsprozesses zwischen geologischem Untergrund, Wasser, Luft, Klima und belebter Natur. Bodenbildende Prozesse sind die Verwitterung der Gesteine, die Neubildung von Mineralien, die Zersetzung und Humifizierung von organischem Material und die Umlagerung des so entstandenen Bodens.

Als Speicher, Filter und Puffer für Wasser, Nähr- und Schadstoffe spielt der Boden eine zentrale Rolle im natürlichen Stoffkreislauf. Insbesondere dient er als Lebensraum und Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Bodenkarten und Bodenkennwertkarten stellen die räumliche Verbreitung der Böden und ihrer meist nutzungsabhängigen, strukturellen, physikalischen und chemischen Eigenschaften dar. Sie sind eine wesentliche Informationsgrundlage für die Landschafts- und Flächennutzungsplanung einschließlich der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltprüfung und werden benötigt für alle Fragen des Umwelt- und Naturschutzes - und insbesondere des Bodenschutzes - sowie der Land- und Forstwirtschaft.

Bodenkarte und Bodenkennwertkarten des Regionalverbandes basieren auf den Digitalen Bodenflächendaten 1:50.000 des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) und wurden für Planungszwecke aufbereitet und weiter verarbeitet. Insbesondere wurden weitere thematische Karten abgeleitet wie beispielsweise eine Stadtbodenkonzeptkarte, eine Karte der potenziellen Überflutungsgebiete, eine Karte der Niederschlagsversickerung und eine Gesamtbewertungskarte für den Bodenschutz.

Geologie:

Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der stofflichen Zusammensetzung, den physikalischen Eigenschaften, der Struktur und der Entwicklungsgeschichte der Erde sowie den Prozessen, die sie formten und heute immer noch formen. Abweichend hiervon bezeichnet der Begriff auch den geologischen Aufbau einer Region wie beispielsweise des Rhein-Main-Gebietes. Der geologische Untergrund prägt das Erscheinungsbild, das ökologische Wirkungsgefüge und die Siedlungsgeschichte der Region und spiegelt sich in Lagerstätten, Geotopen, Böden, Relief, Wasserhaushalt, Flora, Fauna, Landschaftsbild und Kulturhistorischen Landschaftselementen wider.

Geologische Karten stellen die Gesteine und Strukturen des geologischen Untergrundes dar und sind eine wesentliche Informationsgrundlage für die Regional- und Bauleitplanung sowie die Landschaftsplanung einschließlich der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltprüfung. Sie werden benötigt für alle Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, der Wasser- und Rohstoffversorgung und der Baugrundeignung. Die Geologische Karte des Regionalverbandes stellt die Verbreitung, das Alter und die Zusammensetzung der unterhalb der Verwitterungsböden anstehenden Gesteine im Maßstab 1:25.000 dar. Sie basiert auf einer Zusammenfassung von 33 digitalisierten, amtlichen geologischen Kartenblättern des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) und des Bayerischen Geologischen Landesamtes. Einen Überblick über den großräumigen geologischen Aufbau des Rhein-Main-Gebietes gibt die Strukturgeologische Übersichtskarte des Regionalverbandes im Maßstab 1:300.000. Sie basiert auf Veröffentlichungen von H.-J. ANDERLE und T. KLÜGEL.

Geostruktur

GeoStruktLeg

Aus der Geologischen Karte und der Strukturgeologischen Übersichtskarte werden weitere thematische Karten abgeleitet wie z.B. eine Stadtbodenkonzeptkarte, eine Karte der Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers, eine Karte der potenziellen Überflutungsgebiete und eine Karte der Baugrundeignung.

Geotope
:

Geotope sind erdgeschichtliche Gebilde der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und die Entstehung des Lebens vermitteln. Hierzu zählen beispielsweise besonders markante Felsformationen, Aufschlüsse von Gesteinen und Böden, wichtige Fundstellen von Mineralien und Fossilien sowie natürliche Landschaftselemente (Höhlen, Dolinen, Dünen, Moore).

Rotliegend-Steinbruch Am Weinberg in Bad VilbelMoor bei Hausen

Rotliegend-Steinbruch                                                    Moor bei Hausen
Am Weinberg in Bad Vilbel              

Geotope, die sich durch besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen, sind teilweise bereits als Naturdenkmale oder Paläontologische Denkmale geschützt und werden im Rahmen der Regional-, Bauleit- und Landschaftsplanung entsprechend berücksichtigt. Die aktuell vom Regionalverband verwendeten Daten stammen vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Eine Auflistung von Geotopen im Gebiet des früheren Umlandverbandes Frankfurt (UVF) enthält das sogenannte GeoPfad-Konzept [PDF: 4,4 MB] - ein nicht realisierter Vorschlag zur Ausgestaltung geologischer Themenpfade im Regionalpark RheinMain.

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Altlasten 

Worum geht es bei Altlasten?

Unter "Altlasten" versteht man die Folgen eines allzu sorglosen Umgangs mit Schadstoffen und Abfällen in Gewerbe und Industrie aus vergangenen Jahrzehnten. Oft schaden sie noch über mehrere Jahre Mensch und Umwelt. Diese Altablagerungen und Altstandorte, zunächst neutral als Altflächen bezeichnet, werden bei nachgewiesenen Umweltbelastungen von der zuständigen Behörde zu Altlasten erklärt. Die Öffentlichkeit nimmt sie meist erst dann wahr, wenn sie Bauvorhaben verzögern, verteuern oder gar zu Regressansprüchen führen. Baugesetzbuch (BauGB) und Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) formulieren Anforderungen zum vorsorgenden Schutz von Bürgern und Umwelt. Das Hessische Altlasten- und Bodenschutzgesetz (HAltBodSchG) schafft die Grundlage für die notwendige Datenerhebung.

Für die Berücksichtigung dieser Altflächendaten in der Rhein-Main-Region ist der Regionalverband verantwortlich, schon der Umlandverband Frankfurt (UVF) hat seit 1984 Altflächen erfasst. Mittlerweile sind Altablagerungen für das gesamte Verbandsgebiet flächendeckend erhoben und kartiert.

Wilde Ablagerungen neben alter MüllkippeTypische Produktionsstätte um 1900

Wilde Ablagerungen neben alter Müllkippe            Typische Produktionsstätte um 1900 (aus:
                                                                                        „Bilder erzählen“ - Schmitten im Hochtaunus)

Bei den Altstandorten sind bisher 55.164 Adressen mit insgesamt 57.247 Betrieben erfasst. Die Qualität des Datenbestandes ist jedoch noch unterschiedlich: Ein Teil ist noch auf dem ungeprüften Stand der Ersterfassung von 1991, ein anderer wurde durch den Verband recherchiert und validiert, für einige Kommunen gibt es bis jetzt überhaupt keine ausreichenden Daten. Diese Defizite müssen von den Kommunen noch aufgearbeitet werden.

Was ist ein Altstandort?

Die Bundesländer haben bereits vor einer einheitlichen Regelung den Begriff "Altstandorte" an die Definition des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) angelehnt, die auch das Bundesbodenschutzgesetz verwendet. Nach Paragraf 2 Abs. 5 Nr. 2 BBodSchG sind Altstandorte "Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist, ... durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.“ Aus der hessischen Historie heraus wird darauf hingewiesen, dass es "bei Altstandorten auch zu der Konstellation kommen kann, dass in einem laufenden Betrieb Altlasten festzustellen sind, wenn es während der Betriebsdauer zu Teilstilllegungen oder Produktionsumstellungen gekommen ist“ (MNU Schleswig-Holstein 1995).

Von einer Tankstelle zur Werkstatt

Beispiel Altstandort:eingestellter Tankstellenbetrieb mit weitergeführter Kfz-Werkstatt.

Was sind Altablagerungen?

Die Bundesländer lehnen den Begriff "Altablagerung" ebenfalls an die Definition des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) an, die auch das Bundesbodenschutzgesetz verwendet. Nach Paragraf 2 Abs.5 Nr. 1 BBodSchG sind Altablagerungen "stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind (Altablagerungen), ...durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden".

Kontrollierte Abfalldeponie

Kontrollierte Abfalldeponie (1980er Jahre)

Altlastendaten als Planungsgrundlage:

Der ehemalige Umlandverband Frankfurt hat schon 1984 mit dem Aufbau einer Altflächendatenbank als Teil seines Umweltinformationssystems begonnen. Altflächendaten dienen
• als unverzichtbare Abwägungsgrundlage für den Regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP)
• als Bewertungsgrundlage bei Stellungnahmen zu Planungsvorhaben von öffentlichen und privaten Bauträgern
• zur Erfüllung der Auskunftspflicht nach Umweltinformationsgesetz (UIG) gegenüber unseren Verbandsmitgliedern, den Trägern öffentlicher Belange und dem interessierten Bürger.
Für die Maßstabsebene des RegFNP wurde zunächst eine Basis qualitativ gesicherter Daten geschaffen, vordringlich für die rund 27.000 Betriebe mit dem höchsten Gefährdungspotenzial (Gefahrenklassen 4 und 5), um die nach BauGB und ARGEBAU-Erlass erforderlichen Mindestanforderungen an eine gesicherte Abwägung zu erfüllen.
Für die kommunale Ebene mit ihren vielfältigen Aufgaben, beispielsweise die aus dem RegFNP entwickelten Bebauungspläne, genügt diese Grobmaschigkeit nicht mehr. Hier besteht eine Nachforschungspflicht am konkreten Einzelfall mit vertieften Recherchen und notfalls Untersuchungen zur Entscheidung über die Unbedenklichkeit der Nutzungen. Auslöser dabei sollte unser Altflächeninformationssystem sein, aus dem vorab richtungsweisende Informationen für diese Nachforschungen abgerufen werden können.

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Gewässer

Natürlicher BachlaufÜberflutung

Natürlicher Bachlauf                                                        Überflutung

Die Nutzungen der Gewässer in der Region FrankfurtRheinMain, etwa durch Abwasserreinigung, Wasserentnahme, Stauhaltung, aber auch durch die Schaffung naturferner Strukturen von Bächen und Flüssen, können ihrem natürlichen ökologisch-funktionellen Zustand erheblich schaden. Der Paragraf 1a des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts - Wasserhaushaltsgesetz (WHG) - fordert, die Gewässer als Teil des Naturhaushaltes und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu sichern und jede vermeidbare Beeinträchtigung der Gewässer zu vermeiden. Um landschaftsplanerische, naturschutz- und umweltschutzfachliche Belange zu beurteilen, werden gewässerrelevante Daten des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) herangezogen. Die Ergebnisse beschreiben den Gewässerzustand von Fließ- und Stillgewässern und Überschwemmungsgebieten einschließlich der Retentionsräume.

Weitere allgemeine Informationen und Rechtsfragen zum Thema Wasser finden Sie beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, darunter eine spezielle Seite zum Gewässerstrukturgüte-Informationssystem `GESIS`.

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Grundwasser

Grundwasser ist unterirdisches Wasser, das die Hohlräume (Poren, Klüfte) der Erdkruste zusammenhängend ausfüllt und dessen Fließbewegung nahezu ausschließlich von der Schwerkraft bestimmt wird. Das Grundwasser ist Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufes und bildet sich durch Versickerung atmosphärischer Niederschläge und infiltrierende oberirdische Gewässer ständig neu. Wie Oberflächengewässer fließt es in Richtung des größten Gefälles, jedoch mit sehr viel niedrigerer Geschwindigkeit (in Kies zwischen 5 und 20 Meter pro Tag, in Sand zirka 1 Meter pro Tag). Es tritt in Quellen an der Erdoberfläche aus oder fließt direkt in Oberflächengewässer ab.

Quelle im Wald

Quelle im Wald

Grundwasser hat wegen seiner geschützten Lage und der Selbstreinigungskräfte des geologischen Untergrundes eine meist hervorragende Qualität und wird insbesondere zur Trinkwassergewinnung genutzt. Besonders große Grundwasservorräte sind in Porengrundwasserleitern enthalten - im Rhein-Main-Gebiet beispielsweise in den mächtigen Sanden und Kiesen des Oberrheingrabens und der Hanau-Seligenstädter Senke. Daneben gibt es auch ergiebige Kluftgrundwasserleiter, beispielsweise im Taunus (Taunusquarzit) und im Vogelsberg (Basalt). Zur Trinkwassergewinnung werden entweder Quellen genutzt, die dafür gefasst werden müssen, oder es werden Brunnen und Pumpschächte angelegt. Sehr tiefliegendes Grundwasser ist meist stark mineralisiert und als Trinkwasser ungeeignet. Unter dem Einfluss von Erdwärme oder vulkanisch gebildeter Kohlensäure steigt es zur Erdoberfläche auf und tritt dort in Thermal- und Mineralquellen aus (beispielsweise in Bad Homburg, Bad Soden, Kronthal und Bad Vilbel). In Grundwasserkarten werden die Mächtigkeiten, Flurabstände und Fließrichtungen des Grundwassers dargestellt.

Grundwasserschutz
:

Die Qualität des Grundwassers hat sich durch menschlichen Einfluss vielfach verschlechtert. Wird zuviel verbraucht, sinkt der Grundwasserspiegel großflächig. Vor allem grundwasserabhängige Ökosysteme (beispielsweise Moore) und Bauwerke oder Sach- und Kulturgüter mit ungenügender Standsicherheit nehmen dann Schaden.

Qualitative Gefahren resultieren beispielsweise aus der Deposition und Bodenpassage von Luftschadstoffen oder der großräumigen Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Auch infiltrierende oberirdische Gewässer oder undichte Abwasserkanäle können sich als Kontaminationsquellen negativ auf die Grundwasserbeschaffenheit auswirken, ebenso wie Gewerbe- und Industriestandorte oder Altlasten. Außer Nitrat verursachen vor allem organische Schadstoffe wie leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe große Schäden.

Der Grundwasserschutz ist durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie, das bundeseinheitliche Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) und das Hessische Wassergesetz (HWG) grundlegend geregelt. Er wird erweitert durch das Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht, das Immissionsschutzrecht und das Naturschutzrecht. Nachsorgender Grundwasserschutz befasst sich mit der Beseitigung von bereits eingetretenen Grundwasserschäden. Hierzu zählt insbesondere die Sanierung und Sicherung von Kontaminationsquellen, beispielsweise Altlasten. Die Flächenentsiegelung fällt ebenfalls darunter. Vorsorgender Grundwasserschutz soll vermeiden, dass Flächen versiegelt werden und verhindern, dass es zu Schadstoffeinträgen kommt. Dazu gehört die Ausweisung von Wasserschutzgebieten in der Nähe von Wasserwerken oder die Extensivierung der Landwirtschaft im Bereich oberflächennah anstehenden, ungeschützten Grundwassers.

Diesem Zweck dient auf Planungsebene die Gesamtbewertungskarte Grundwasserschutz des Regionalverbandes. Sie fasst Einzelbewertungen der Absenkungsempfindlichkeit, der Verschmutzungsempfindlichkeit und der Neubildungsrate des Grundwassers in einer einzigen Karte zusammen und stellt zusätzlich potenzielle Kontaminationsquellen wie beispielsweise Altablagerungen dar. Darüber hinaus stellt sie auch Pegel- und Belastungsdaten einzelner Messstellen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) dar.

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Luft

Emissionen führen zu hohen Schadstoffbelastungen, die für Menschen gesundheitsschädigend sind. Vor allem in einem Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet ist es wichtig, die Luft reinzuhalten. Durch verschärfte Immissionsbeurteilungen, die auf EG-Richtlinien basieren, soll die Luftqualität langfristig verbessert und Maßnahmen zur Reduktion von Schadstoffen eingeleitet werden (weitere Informationen beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie). Die Umsetzung der EG-Verordnungen erfolgte in der deutschen Rechtsprechung zuletzt im Jahr 2010 durch die "Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen", besser bekannt als 39. BImSchV.

Luftmessstation an der Friedberger Landstraße in Frankfurt

Luftmessstation an der Friedberger Landstraße in Frankfurt

Im Gebiet des Regionalverbandes treten vor allem die Luftschadstoffe PM10 (Feinstaub = Particulate Matter < 10 μm) und NO2 (Stickstoffdioxid) in einer so hohen Konzentration auf, dass die Immissionsgrenzwerte bereits überschritten wurden. Daher müssen Maßnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffe ergriffen werden.

Damit Kommunen in Erfahrung bringen können, wie hoch in bestimmten Gebieten die PM10-Belastung ist, bietet das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) in Ergänzung zu den Daten der Luftmessstationen den Service "IMMIS Luft" an. Hierbei handelt es sich um eine "qualifizierte Modellrechnung zur Ermittlung der Feinstaub-Belastung".

Stark befahrene Einfallstraße in Frankfurt mit besonders hoher Schadstoffbelastung

Stark befahrene Einfallstraße in Frankfurt mit besonders hoher Schadstoffbelastung

Technische Luftschadstoffmessungen können zwar verschiedene Schadstoffe, jedoch nicht die Gesamt-Luftschadstoffimmissionen ermitteln. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit ist es notwendig, nicht nur die Konzentration einzelner Schadstoffe in der Luft, sondern die Wirkungen der gesamten Immissionsbelastung auf Organismen zu kennen. Denn es können synergistische Wirkungen durch die Kombination von Einzelschadstoffen auftreten. Die Wirkung der Gesamt-Luftschadstoffbelastung lässt sich aus Flechtenkartierungen ermitteln. Flechten eignen sich für die Bioindikation von Luftschadstoffen besonders gut, weil sie auf Immissionen sehr empfindlich reagieren. Außerdem sind sie langlebig und sprechen durch ihre Funktion als Doppelorganismen (Pilz und Alge) sehr sensibel auf chemische Veränderungen an. Da Flechten nicht auf einzelne Luftschadstoffe reagieren, sondern auf die Gesamtheit der Immissionen, besteht die Möglichkeit, die Schadstoffbelastung aggregiert darzustellen.

Flechtenarten als Indikatoren für LuftverschmutzungsgradeFlechtenarten als Indikatoren für Luftverschmutzungsgrade

Flechtenarten können auf den Grad der Luftverschmutzung hinweisen (Foto: Fraxinus GbR)

Die Flechtenkartierung wurde für Hessen flächendeckend in den Jahren 1990 bis 1993 und im Verbandsgebiet des ehemaligen Umlandverbandes (UVF) 1994 durchgeführt. Im Jahr 1997 wurden in Hessen sechs Flechten-Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet; im Jahr 2000 kam noch eine weitere in der Rhön hinzu. An diesen ausgewählten Standorten ist eine alle fünf Jahre zu wiederholende Flechtenkartierung vorgesehen. Die Kartierungen erfolgten nach einem standardisierten Verfahren (VDI-Richtlinie 3799).

Aufgrund der festgelegten Datenerhebung besteht die Möglichkeit der Vergleichbarkeit mit einer künftigen Kartierung, welche für ein Langzeitmonitoring erforderlich ist. Um beim Monitoring repräsentative Ergebnisse zu erzielen, die in Form einer Luftgütekarte dargestellt werden, sollten Wiederholungskartierungen alle fünf Jahre, spätestens jedoch alle zehn Jahre durchgeführt werden.

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Landschaftsbild

Mit dem Begriff des Landschaftsbildes wird die ästhetische Wahrnehmung der Landschaft mit allen Sinnen bezeichnet. In der Flächennutzungs- und Landschaftsplanung werden Aussagen über den Zustand und die Wertigkeit des Landschaftsbildes in einer Landschaftsbildbewertung gemacht. Dabei sind die Vorgaben des § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes zu beachten. Das Landschaftsbild wird hier über die Begriffe „Vielfalt, Eigenart und Schönheit“ charakterisiert. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Kulturelles Erbe

Der Arbeitskreis „Kulturelles Erbe in der UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)“ nennt folgende Definition: „Kulturgüter (…) sind Zeugnisse menschlichen Handelns ideeller, geistiger und materieller Art, die als solche bedeutsam für die Geschichte des Menschen sind und die sich als Sachen, als Raumdispositionen oder als Orte in der überkommenen Kulturlandschaft beschreiben und lokalisieren lassen.“

Zum Kulturellen Erbe zählen demnach Bau- und Bodendenkmäler sowie sonstige, nicht unter Denkmalschutz stehende Objekte kulturhistorischer Bedeutung. Darüber hinaus ist die kulturelle Eigenart einer Landschaft und die Beziehung zwischen der Landschaft und den darin lebenden Menschen zu betrachten.

Der Regionalverband betreibt ein Kulturlandschaftskataster. In ihm sind Denkmäler und kulturhistorische Landschaftselemente verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie hier.

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