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Innenentwicklung Wohnen

Im Innenbereich unserer Orte liegen große Flächenpotenziale für den Wohnungsbau. Kommunen, in denen im Ortsinneren bereits Leerstand herrscht oder deren Neubaugebiete nicht mehr so reibungslos entwickelt werden, können wie vor Jahren, sind darauf angewiesen, diese Potenziale zu aktivieren. Aber auch wachsende Kommunen müssen sich spätestens seit der Novelle des Baugesetzbuches (BauGB – 20.9.2013) vor Inanspruchnahme neuer Siedlungsflächen mit ihren Innenentwicklungspotenzialen beschäftigen. Das Leitbild zum Regionalen Flächennutzungsplan sieht eine „Region der starken Zentren“ vor und favorisiert die Innenentwicklung gegenüber der Außenentwicklung. In diesem Sinne unterstützt der Regionalverband seine Kommunen bei der Entwicklung ihrer Innenentwicklungspotenziale.


WebGIS-basiertes Werkzeug des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain zur Erfassung von Innenentwicklungspotenzialen

Der Regionalverband FrankfurtRheinMain unterstützt seine Mitgliedskommunen dabei, Baulandkataster zu erstellen. Zentrales Werkzeug hierfür ist eine online abrufbare Anwendung, die auf einer Karte potenzielle Baulücken und geringfügig bebaute Grundstücke zeigt.
Die vom Regionalverband entwickelte Online-Anwendung arbeitet menügeführt. So können die Kommunen die automatisiert erstellten Potenziale sehr anwenderfreundlich prüfen und anpassen. Sie ermöglicht es den Kommunen, die Daten stets auf dem aktuellen Stand zu halten – ein deutlicher Vorteil gegenüber der statischen Variante einer analogen Karte.

 

WebGIS_Innenentwicklung

WebGIS-basiertes Tool zur Erfassung der Baulücken und geringfügig bebauten Grundstücke

 

Die Kommunen verfügen neben der interaktiven Karte auch über aktuelle Statistiken auf Ortsteilebene und für die Gesamtgemarkung. Alle Kommunen können diese Daten nutzen, um bei Neuinanspruchnahmen von Flächen in der Begründung von Bauleitplanverfahren dokumentieren zu können, dass sie sich mit den Potenzialen im Innenbereich auseinandergesetzt haben. Hiermit kommen sie den Forderungen des Gesetzes zur Stärkung der Innenentwicklung nach. Ein Teil der Kommunen entwickelt auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine Strategie zur Aktivierung der Innenentwicklungspotenziale. Dies unterstützt eine flächensparende Siedlungsentwicklung in den Kommunen. Die Baulücken können aus der Anwendung heraus direkt in die kommunalen Homepages integriert werden. Damit ist gewährleistet, dass auch dort stets ohne zusätzlichen Aufwand die aktuellsten Daten sichtbar sind.

 

Videotutorial zum Onlinetool Innenentwicklung

Videotutorial

(Bitte auf die Grafik klicken, um zum Vimeo-Video zu gelangen)

Wanderaussttellung „Platz da"

Mit der Wanderausstellung „Platz da“ können Kommunen das Thema Innenentwicklung der Bevölkerung anschaulich vermitteln. Zehn mobile Ausstellungstafeln bereiten das Thema verständlich auf und stellen gute Beispiele vor, die zur Nachahmung anregen. Die Ausstellung kann auf Anfrage beim Verband ausgeliehen werden.  (Hier finden Sie Informationen zur Ausstellung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung)


Potenziale für zusätzlichen Wohnraum im Siedlungsbestand der 50er- bis 70er-Jahre - Ergebnisse eines Modellprojektes für ein klimagerechtes Flächenmanagement

In der Region FrankfurtRheinMain besteht eine ungebrochen hohe Nachfrage an Wohnungen. Der Regionalverband unterstützt schon lange die Kommunen darin, diesen Bedarf durch das Schließen von Baulücken und eine dichtere Bebauung zu decken. Diese Methode ist flächensparend und damit klimagerecht. Das Bundesumweltministerium fördert Konzepte, die sich in dieser klimagerechten Art und Weise mit Flächenmanagement befassen. So betrieb der Regionalverband zusammen mit seinen städtischen Kooperationspartnern Bad Homburg v.d.H. und Frankfurt am Main in den Jahren 2015 und 2016 ein solches Förderprojekt. Dessen Schwerpunkt liegt auf Wohnraumpotenzialen innerhalb des locker bebauten Siedlungsbestands der 50er-, 60er- und 70er-Jahre.


In den beiden Städten wurden Musterquartiere für Zeilenbau- und Großwohnsiedlungen sowie ältere Einfamilienhausgebiete ausgewählt. Diese dienten als Beispiele, um anhand modellhafter Entwürfe aufzuzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, eine zusätzliche Bebauung in den Bestand zu integrieren. Für den Siedlungstyp der Zeilenbausiedlungen entwickelten die Projektteilnehmer Ideen, einhergehend mit der baulichen Verdichtung den Freiraum aufzuwerten. Ziel war es, mit solchen Schritten die Akzeptanz der Nachverdichtung in der Bevölkerung zu steigern.
Energetische Untersuchungen zu den Musterquartieren waren ebenfalls Teil des Modellprojektes. Sie belegen, dass gerade in den Geschosswohnbauten hohe Einsparpotenziale an Treibhausgasen möglich sind. Bei allen drei untersuchten Siedlungstypen zeigte sich, dass nennenswerte Nachverdichtungspotenziale bestehen. Für die Zeilenbausiedlungen der Nachkriegsjahre konnten innerhalb des Förderprojektes die Potenziale im gesamten Gebiet des Regionalverbandes erfasst werden. Die Anzahl der so theoretisch ermittelten Wohneinheiten für die Region ist überraschend hoch. Im engeren Verdichtungsraum und im Siedlungsbeschränkungsgebiet können dies Potenziale sein, die schnell und auch kostengünstig genutzt werden könnten. Dies böte eine Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Am Ende des Projektes flossen die gewonnenen Erkenntnisse in eine schriftliche Orientierungshilfe. Sei eignet sich als Checkliste der wesentlichen Kriterien, die es erlauben, Quartiere im Hinblick auf ihre Eignung für eine Nachverdichtung zu bewerten.

Weitere Informationen finden Sie im Abschlussbericht des Förderprojektes Klimagerechtes Flächenmanagement (PDF 23,5 MB).