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Nahmobilität und Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen

Nahmobilität und fußläufige Erreichbarkeit sind Voraussetzung für lebendige Orte und der Kern innerörtlicher Mobilität. Der Regionalverband unterstützt kommunale Prozesse zur Förderung der Nahmobilität. Ein Beispiel ist das preisgekrönte Projekt „verträgliche Mobilität“ in der Gemeinde Sulzbach. Darüber hinaus bietet der Verband den Kommunen Analysen zu fußläufigen Erreichbarkeiten an. Ein zentrales Handlungsfeld zur Verbesserung der Nahmobilität ist die integrierte Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen. Diese behandelt alle Verkehrsteilnehmer, Nutzer des öffentlichen Raumes und Anlieger ebenbürtig. Der Regionalverband ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität (AGNH) beim hessischen Verkehrsministerium. Ihr Ziel ist die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs bei gleichzeitiger Verknüpfung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr bei alltäglichen Wegen.

Nahmobilität

Der Begriff Nahmobilität bedeutet, dass die Menschen ihren täglichen Bedürfnisse in der Nähe, also mit kurzen Wegen, nachkommen können. Grundsätzlich eignen sich besonders die Wege bis zu zwei Kilometer für das Zufußgehen oder Radfahren. Voraussetzung für Nahmobilität sind sogenannte funktional gemischte Quartiere. Sie erlauben, sich im Alltag zu versorgen und bieten gewöhnlich Angebote für Fußgänger und Radfahrer. Der öffentliche Raum soll so gestaltet sein, dass alle Menschen gleichermaßen diesen nutzen können. Darüber hinaus soll er dazu einladen, dass sich die Bürger dort gerne aufhalten und im besten Falle miteinander kommunizieren. Lebendige Siedlungsräume und gute Bedingungen für Nahmobilität sind also eng miteinander verbunden.


Der Regionalverband bietet zur Stärkung der Nahmobilität und insbesondere zur Förderung des oft vernachlässigten Fußverkehrs folgende Leistungen an:

  1. Begleitung von Nahmobilitäts- und Fußverkehrskonzepten
  2. Moderation von Beteiligungs- und Planungsprozessen
  3. Erreichbarkeitsanalysen für Fußgänger, zum Beispiel zu folgenden Fragen:
  • Wie lang ist der Fußweg zum nächstgelegenen Lebensmittelgeschäft, Arzt, Bürgerzentrum, Sportplatz?
  • Wie viele Einwohner können eine Einrichtung innerhalb einer bestimmten Gehzeit erreichen?
  • Welche Auswirkungen haben die Einrichtung oder Schließung von Standorten?
  • Wo sind Lücken oder Barrieren im Fußwegenetz?
  • Wie gut sind Quartiere für die fußläufige Versorgung geeignet?

Die Ergebnisse können beispielsweise in Nahmobilitäts- und kommunale Entwicklungskonzepte einfließen und bei der Beurteilung von Flächenpotenzialen zur Innenentwicklung helfen.

Regionales Monitoring 2014, Seite 42

Fußläufige Erreichbarkeit von Lebensmittelgeschäften in Rödermark

Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen

Hauptverkehrsstraßen und Ortsdurchfahrten sind ortsbildprägend. Oftmals bilden sie sogar den Mittelpunkt einer Kommune. Sie müssen verschiedenen Anforderungen genügen, denn hier befinden sich Wohnungen, Geschäfte, Schulen und viele Einrichtungen mehr. Hauptverkehrsstraßen bilden das Rückgrat für die Entwicklung eines Ortes. Wenn entlang dieser Achsen Probleme auftreten, betreffen diese meist die Lebens- und Aufenthaltsqualität, städtebauliche Qualitäten (Platzgestaltung), das soziale Gefüge (Treffpunkte) oder funktionale Zusammenhänge wie die Nahversorgung. Ein integrierter planerischer Ansatz soll aufgrund der Beziehung von Straße und Umfeld auch den Straßenraum mit seiner verkehrlichen Situation einbeziehen. Insbesondere an klassifizierten Straßen wie Bundes- und Landesstraßen ist es immer wieder notwendig, vielfältige Interessenkonflikte zu lösen und unterschiedliche Akteure einzubinden. Auch viele rechtliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Somit steigt der Grad der Komplexität des Planungs- und Kommunikationsprozesses. Da viele Kommunen mit solchen Herausforderungen konfrontiert sind, trägt der Regionalverband in Veranstaltungen und Projekten dazu bei, Lösungen und Prozessabläufe zu entwickeln.


Der Regionalverband ist assoziierter Partner im Modellvorhaben »Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen« der Stadt Butzbach und der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er beteiligt sich an Fragen der integrierten Straßenraumgestaltung als Beitrag zur Ortsinnenentwicklung. Bei diesem Ansatz geht es darum, den Straßenraum ganzheitlich, also in Zusammenhang mit seiner Umgebung zu betrachten. Fallbeispiel ist die Ortsdurchfahrt in Butzbach-Fauerbach. Das Förderprojekt endet im Jahr 2018 und hat zum Ziel, die Ortsinnenentwicklung in der Region zur strategischen Daueraufgabe zu machen.

 

Hauptverkehrsstraße Butzbach-Fauerbach

 

Hauptverkehrsstraße Butzbach-Fauerbach

Hauptverkehrsstraße Butzbach-Fauerbach