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Radanbindung Flughafen

Mit dem Rad zur Arbeit – im Ballungsraum Rhein-Main ist das für viele Menschen heute selbstverständlich. Aber wie sieht es bei jenen aus, deren Arbeitsplatz der Frankfurter Flughafen ist? Das Fahrrad spielt im Alltagsverkehr am Flughafen bisher so gut wie keine Rolle, obwohl es gerade hier aufgrund der hohen Beschäftigtenzahl sinnvoll ist, diesen zu fördern. Es bestehen große Potenziale, den Verkehr zu reduzieren und damit Lärm-, Luftschadstoff- und Kohlendioxid-Emissionen zu drosseln. In den vergangenen Jahren hat Regionalverband zusammen mit zahlreichen Partnern sich aufgemacht, dieses Problem anzugehen. Beteiligt sind die Stadt Frankfurt, alle weiteren an den Flughafen angrenzenden Kommunen und Kreise, die Fraport AG und die Gateway-Gardens-Grundstücksgesellschaft sowie der ADFC. Ein erster Bericht mit dem Titel „Radanbindung an den Stadtteil Flughafen“ ist bereits erschienen.

Auch das nationale Förderprojekt NRVP und das europäische Förderprojekt CHIPS stellen das Thema Fahrrad und Flughafen in den Mittelpunkt. Der Regionalverband ist an beiden Projekten federführend bzw. in zentraler Position beteiligt.


 

 

Fahrradmobilität in großen Gewerbe- und Industriestandorten am Beispiel des Frankfurter Flughafens

Radanbindung an den Stadtteil Flughafen − in diese Richtung zielt auch das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Projekt „Fahrradmobilität in großen Gewerbe- und Industriestandorten am Beispiel des Frankfurter Flughafens“, das aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP) finanziert wird. Es verfolgt das Ziel, die Situation für Radfahrende an großen Gewerbe- und Industriestandorten nachhaltig zu verbessern. Als Beispiel dient das bisher unerkannte Potenzial der Fahrradnutzung am Frankfurter Flughafen. Das Projekt zeigt auf, wie eine Infrastruktur für Pedelecs (ein „Pedal Electric Cycle“ ist eine Elektrofahrrad-Variante) umgesetzt werden könnte. Weitere Schwerpunkte sind die Schnittstellen zum Öffentlichen Personennahverkehr und Lösungsansätze, die sogenannte „letzten Meile“ zum Arbeitsplatz zu bewältigen.

Logo Verkehrsministerium

 

 

 

 

 

 

 

Das Projekt ist in fünf Arbeitspakete gegliedert, die im Zeitraum Juni 2016 bis Mai 2019 bearbeitet werden:

  1. Kommunikationskonzept 2.0 – Bei diesem begleitenden Konzept geht es darum, die Pendler davon zu überzeugen, dass das Fahrrad ein alltagstaugliches und umweltschonendes Verkehrsmittel ist. Als Instrumente dienen die Sozialen Medien, die Entwicklung einer App für Rad fahrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort und ein Kartographie-Online-Tool, an dem die Nutzer interaktiv mitwirken können.
  2. Pedelectaugliche Infrastruktur – Je mehr Menschen Pedelecs nutzen, desto höher sind die Anforderungen an die Qualität des Radnetzes sowie an Radabstellanlagen. Eine Studie soll Lösungsansätze für den Weg zum Arbeitsplatz erarbeiten und untersuchen, wie sich eine pedelecfreundliche Infrastruktur optimal umsetzen lässt. So ist es zum Beispiel notwendig, Oberflächenbeschaffenheit, Beleuchtung und Sicherheit in Einklang mit Natur- und Tierschutz zu bringen. Dort, wo es aufgrund der räumlichen Gegebenheiten erforderlich ist, Wege in ökologisch sensiblen Bereichen pedelectauglich zu gestalten, ist besondere Sorgfalt gefordert, um dies ohne spürbare Eingriffe in diese Bereiche durchzuführen. Vor Ort bedürfen unter anderem Lade-Infrastruktur und sichere Abstellmöglichkeiten.
  3. Bike + Business 2020 – Planung und Management in der Fläche. Hierbei soll das vom Regionalverband und dem ADFC Hessen initiierte Konzept bike + business erstmals auf einen kompletten Standort angewandt werden, um die ansässigen und ansiedelnden Unternehmen für ein Engagement für den Radverkehr zu gewinnen.
  4. Interdisziplinärer Hochschulwettbewerb „Überflieger“ – Mit Hilfe eines interdisziplinären Hochschulwettbewerbs soll eine Verbindung zwischen den beiden Airport-City-Standorten Gateway Gardens und THE SQUAIRE durch eine Fahrradbrücke erarbeitet werden. Die studentischen Entwürfe werden im Herbst 2017 im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt und durch eine Jury prämiert. Eine Publikation der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (PDF, 13,5 MB) — sie ist am Fuße dieser Seite im Downloadbereich zu finden — zeigt die vielfältigen Entwürfe. 
  5. Evaluation und Dokumentation – Die im Laufe des Projekts gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Werkzeuge sollen abschließend in einen Leitfaden einfließen. Dieses gesammelte Wissen könnte weiteren Projekten zur fahrradfreundlichen Erschließung gewerblich genutzter Flächen dienen.
  6. Neben dem Bundesverkehrsministerium unterstützen bei diesem Vorhaben vier weitere Projektpartner inhaltlich, finanziell und personell den Regionalverband. Diese Projektpartner sind die Gateway Gardens Grundstücksgesellschaft mbH, die Fraport AG, die Stadt Frankfurt am Main und der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) Hessen.

 

Zugänge Flughafen per Rad


Es gibt prinzipiell 5 Zugangspunkte, um per Rad zur Airport-City zu kommen:

1 Kreisel Unterschweinstiege
2 Gate Zeppelinheim
3 Tor 31
4 Airport-Ring West
5 Kelsterbach

Grafik: Peter Sauer

 

 


 

CHIPS: Radschnellwege für umweltfreundlichen Alltagsverkehr und Raumplanung

Radfahrer auf dem Eisernen Steg

Das Projekt CHIPS (Cycle Highways Innovation for smarter People Transport and Spatial Planning) ist ein europäisches Förderprojekt mit dem Ziel, Radschnellwege als neues Mobilitätsprodukt zu etablieren.
Es soll die Grundlage für eine neue und attraktivere Generation von Radschnellverbindungen und ergänzenden Dienstleistungen liefern und untersuchen, wie diese zu einer nachhaltigen Raumplanung beitragen können. Das Projekt soll darüber hinaus aufzeigen, wie ein solches Mobilitätskonzept einen Wandel hin zu einem Kohlendioxid-armen Pendlerverkehr ermöglichen kann. Der Regionalverband ist dabei Partner in einem internationalen Konsortium mit Teilnehmern aus Deutschland, Belgien, Großbritannien und den Niederlanden. Er leitet innerhalb des CHIPS-Projekts ein „Arbeitspaket“ und eine „Investition“.chips-logo

Im Arbeitspaket werden im internationalen Maßstab Standards und Lösungen für den Bau von Radschnellwegen und deren Auswirkungen auf unsere Ballungsräume und die räumliche Planung untersucht und entwickelt. CHIPS ist das erste transnationale Projekt, das den Austausch intensiv fördert und zu einer gemeinsamen Strategie der Radschnellwegeplanung in der zukünftigen Raumplanung in Nordwesteuropa beiträgt. Hierfür entsteht ein Planungsleitfaden am Beispiel des Projektkorridors von der Frankfurter City zum Flughafen Frankfurt.

Darüber hinaus geht es in dem Arbeitspaket darum, vorhandene Planungen im regionalen und europäischen Kontext zu vergleichen. Hierzu zählen die Radschnellwegeprojekte Frankfurt – Darmstadt, Frankfurt – Hanau und der Korridor Leuven – Brüssel. Insbesondere befasst sich der Leitfaden mit dem Ausbau von Radschnellwegen mit ihren hohen infrastrukturellen Standards in ökologisch sensiblen Bereichen (Forst). Er zeigt, wie diese Radschnellwege in der räumlichen Planung – der regionalen Flächennutzungsplanung und den nachfolgenden Planungsebenen – verankert werden können.

Die im Rahmen von CHIPS durchgeführte Investition sieht die Bedürfnisse der Fahrradpendler im Mittelpunkt. Hier geht es darum, eine innovative und gut platzierte Pendlerinfrastruktur für das Radschnellwegenetz zu entwickeln. So werden die Fraport AG und die Gateway Gardens Grundstücksgesellschaft – als Subpartner des Regionalverbandes – in die Fahrrad-Infrastruktur investieren. Die Gelder sollen in eine „mobile“ Mobilitätsstation fließen. Sie wird neben Reparatur- und Serviceleistungen für Rad fahrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch das Partizipations- und Informationszentrum für das Projekt CHIPS beherbergen. Daneben werden zehn Fahrradboxen mit Ladestationen für E-Bikes, 64 reguläre Radabstellplätze, zwei Fahrradzählstationen und zehn E-Bikes angeschafft. Weitere regionale, assoziierte Partner in diesem Projekt sind die Städte Frankfurt, Hanau und Darmstadt sowie der ADFC und das HoLM.