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Die E-Scooter kommen

Wie gehen Hessens Kommunen damit um?

Am vergangenen Freitag hat der Bundesrat den Weg für E-Scooter auf Deutschlands Straßen frei gemacht. Bereits eine Woche später berieten heute Vertreter von hessischen Kommunen mit weiteren Fachleuten über den praktischen Umgang mit dem neuen Verkehrsmittel.

Bis zu 20 km/h schnell, leise und wendig: so genannte E-Scooter werden künftig vermehrt im Straßenbild auftauchen. Für die einen stellen sie einen wichtigen Baustein der Mobilitätswende dar, andere sehen in Ihnen vor allem ein weiteres Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr.

Jenseits dieser Polarisierung haben sich heute mehr als 60 Expertinnen und Experten aus hessischen Kommunen und von Verkehrsunternehmen und Verbänden systematisch mit den Chancen und Risiken des neuen Verkehrsmittels befasst. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen, der Hochschule RheinMain Wiesbaden-Rüsselsheim und des Regionalverbandes Frankfurt RheinMain diskutierten sie in Frankfurt den künftigen Umgang mit privaten E-Scootern und vor allem mit E-Scooter-Sharing. Mit von der Partie waren vier Anbieter von E-Scooter-Sharing, die zu ihren Systemen Rede und Antwort standen.

Nach den Erfahrungen mit Bike-Sharing-Systemen, die im letzten Jahr ungeordnet viele Städte mit ihren Fahrrädern überflutet haben, ist die Skepsis in einigen Kommunen groß. Zusammen mit den Anbietern gab es aber einen breiten Konsens, dass nun bei den E-Scootern ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen sinnvoll ist. Dazu können Vereinbarungen gehören, wie viele E-Scooter in welchen Stadtbereichen angeboten werden sollen und dass die zweirädrigen Fahrzeuge beispielsweise in Parks nach der Fahrt nicht abgestellt werden dürfen. Die anonymisierten Fahrtdaten können Kommunen dabei helfen, ihr Straßen- und Wegenetz nachfragegerecht auszubauen, wovon auch Rad- und Fußverkehr profitieren.

„Wir müssen offen und mutig über die Zukunft der Mobilität in unseren Städten und Gemeinden diskutieren. Das heißt nicht, dass wir alle Ideen und Konzepte unkoordiniert zulassen sollten. Im Gegenteil. Wir haben den Anspruch, die Mobilität der Zukunft im Sinne der Nutzer zu steuern und für eine sinnvolle Verknüpfung zu sorgen. Wir wollen Aufenthaltsqualität in den Städten und Bewegungsqualität auf den Strecken erreichen. Austauschtreffen wie heute sind dafür eine wichtige Hilfe. Die Ergebnisse werden sicherlich auch in den Masterplan Mobilität FrankfurtRheinMain einfließen“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain.

Offen bleibt aktuell noch, inwieweit E-Scooter tatsächlich zu einer Verkehrsentlastung beitragen können. „Wichtig ist, jetzt in der Einführungsphase genau hinzuschauen und Akzeptanz und Auswirkungen der E-Scooter auf den gesamten Verkehr zu erfassen“ erläuterte Prof. Volker Blees, der an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden zu Mobilitätsmanagement lehrt und forscht: „Nur so können wir vom unbestimmten Bauchgefühl zu einer fundierten Einschätzung des Nutzens von E-Scootern kommen.“

Auch die Integration in den Öffentlichen Verkehr ist ein Thema: wenn E-Scooter den Weg zu den Bahnhöfen erleichtern und den Bussen und Bahnen neue Fahrgäste zuführen sollen, ist eine nahtlose Reisekette wichtig.

 

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