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Dieselfahrverbot: Schnelle Lösung mit Park & Fly

Regionalverbandsspitze schlägt zwei urbane Seilbahnen an der Peripherie Frankfurts vor

In der aktuellen Diskussion zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten macht der Regionalverband FrankfurtRheinMain jetzt einen innovativen Lösungsvorschlag. Urbane Seilbahnen sollen Parkplätze vor den Toren der Stadt mit Stationen des Öffentlichen Personennahverkehrs verbinden. Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hatte kürzlich vorgeschlagen, zusätzliche Parkplätze für Pendler zu schaffen. „Das ist der richtige Weg. Wir wollen mit unseren Überlegungen aber noch einen deutlichen Schritt weitergehen. Wir brauchen jetzt ganz neue Lösungsmodelle, die vor allen Dingen auch schnell zu realisieren sind“, sind sich Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) und der Erste Beigeordnete Rouven Kötter (SPD) sicher.

„Für unsere Pendler ist es wichtig, dass sie morgens zügig ihr Diesel-Fahrzeug abstellen können und zu ihrem innerstädtischen Frankfurter Arbeitsort gelangen. Es braucht daher drei elementare Voraussetzungen: Eine gute Verkehrsanbindung, um zu den Parkplätzen zu kommen, hohe Parkplatzkapazitäten und schnelle weitere Beförderungsmöglichkeiten in die Innenstadt“, erklärt Horn. „Wir müssen die enormen Herausforderungen in Sachen Mobilität ohne Denkverbote anpacken“, so der Erste Beigeordnete Kötter.

Der Regionalverband hat zwei besonders geeignete  Standorte im Blick:

Der erste Vorschlag ist der Standort „Waldparkplatz an der Commerzbank-Arena“, der an der B 44 liegt. Die B 44 ist eine Hauptader der Pendler und daher geeignet, auch eine hohe Anzahl an Autos aufzunehmen. Eine geeignete Fläche zum  Bau eines großen Parkhauses ist ebenfalls vorhanden. Rund 1.250 Autos können gegenwärtig zu den Spielen von Eintracht Frankfurt dort parken. Mit einem mehrgeschossigen Parkhaus können ausreichend Parkkapazitäten geschaffen werden. „Dieses Mehr an Parkraum ist auch ein Gewinn für die Eintracht-Fans“, ist sich Horn sicher. Eine schnelle Weiterbeförderung von dort ist aber gegenwärtig nicht gegeben. Mit dem Bau einer Seilbahn vom Waldparkplatz zur Endhaltestelle der Stadionstraßenbahn ist eine schnelle  Weiterbeförderung der Pendler machbar. Die Entfernung vom Waldparkplatz zur Haltestelle beträgt rund einen Kilometer. Das sind mit einer Seilbahn nur wenige Minuten, um zügig mit dem ÖPNV dann weiter in die Innenstadt zum Arbeitsort zu gelangen.

Als zweiten  Standort schlägt der Regionalverband eine Fläche für ein Parkhaus an der Raststätte „Taunusblick“ vor. Gerade für die hohe Zahl der Pendler, die über die A 5 nach Frankfurt fahren, böte sich eine attraktive Möglichkeit, in einem Parkhaus dort zu parken. Mit einer zirka 1,5 Kilometer langen Seilbahn zum U-Bahn-Haltepunkt Heerstraße ist eine zügige „Anschlussbeförderung“ gewährleistet. Die Pendler können von der Heerstraße mit der U 6 bereits in 15 Minuten an der Konstablerwache sein.

„Die Vorteile der urbanen Seilbahn sind evident“,  ist Verbandsdirektor Horn überzeugt. „Jede Idee, die helfen kann, Fahrzeuge aus der Innenstadt rauszuhalten und die den Pendlern eine Alternative bietet, ist eine ergebnisoffene Prüfung wert,“ sagt der Erste Beigeordnete Kötter. Eine Seilbahn kann binnen eines Jahres gebaut werden. Seilbahnen sind geräuschlos, produzieren keine Abgase oder Lärm und sind daher sehr umweltschonend. Die urbanen Stadtseilbahnen sind mit ihren Kabinen barrierefrei und für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bestens geeignet. Mit der Seilbahn-Lösung gibt es eine einfache Kombination mit der bereits vorhandenen  Straßenbahn oder U-Bahn des ÖPNV-Netzes. Förderleistungen von mehr als 5.000 Menschen in der Stunde sind weitere Pluspunkte. Im Vergleich zu Kosten für den Bau von U- und S-Bahn sind die Baukosten für eine Seilbahn ebenfalls vorteilhaft.
Der Bau von Parkhäusern und die Anbindung an die Seilbahn bietet ideale Voraussetzungen für eine zügige und schnelle Lösung nicht nur für Pendler mit Dieselfahrzeugen. Denn auch ein Parkhaus kann heute in einer Bauzeit von einem bis eineinhalb Jahren errichtet werden.

Park & Fly ist eine Lösung, die in 12 bis 24 Monaten geschaffen werden kann. Weitere Vorteile einer urbanen Stadtseilbahn sind: Herkömmliche Transportmittel in einer Stadt unterliegen einem Zeitplan und dem Einfluss anderer Verkehrsteilnehmer Eine Seilbahn hingegen befördert stetig und auf einer eigenen unabhängigen Verkehrsebene. Verbandsdirektor Horn: „Es gibt schon zahlreiche weltweite Beispiele für Stadtseilbahnen.“ Seit 2012 gibt es in London die erste Stadtseilbahn, die Greenwich Peninsula und das Royal Victoria Dock verbindet. In Singapur ist als Besonderheit die integrative Nutzung der Seilbahnstation im 15. Stockwerk eines Hochhauses Teil des Beförderungsnetzes. Das Vorzeigeprojekt für Seilbahnen ist aber das Seilbahnnetz von La Paz in Bolivien. Aufgrund des  Verkehrskollapses der beiden zusammengewachsenen Großstädte La Paz und El Alto haben die Stadt und die bolivianische Bundesregierung einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit Seilbahnen beschlossen. „Mi Teleferico“ ist das größte urbane Seilbahnnetz der Welt mit insgesamt zehn Seilbahnlinien und einer Gesamtlänge von 30 Kilometern. Mittlerweile werden monatlich eine Million Passagiere pro Linie befördert. Besonders erfolgreich in unserer Nähe läuft die Seilbahn in Koblenz. Diese wurde als ökologisch sinnvolle Verkehrsverbindung für die Bundesgartenschau 2011 errichtet und sollte danach wieder abgebaut werden. Aufgrund der großen Beliebtheit und nach Zustimmung der UNESCO kann diese Seilbahn jetzt weiter betrieben werden.

Der Anlass für solche neuen Lösungen sind die   Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in der Stadt.
Aber auch in der Zukunft können die Parkhäuser am Stadtrand in Kombination mit der Seilbahn und einem ÖPNV-Anschluss das allgemeine Fahrzeugaufkommen in der Stadt reduzieren und die Mobilität fördern. „Die urbane Seilbahn kann daher ein ganz wichtiger  Baustein für die Mobilität der Zukunft werden“, so Horn abschließend.

 

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