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Regionalverband und Büro Albert Speer und Partner stellen Planungsvarianten vor

Modernes Mobilitätskonzept für MTZ-Bebauung möglich

Die Idee einer Bebauung rund um das Main-Taunus-Zentrum (MTZ) wurde vor einigen Wochen vom Regionalverband FrankfurtRheinMain entwickelt und fand großen Zuspruch auf Landesebene und in der gesamten Region. Überzeugungsarbeit muss allerdings noch bei den direkt betroffenen Kommunen geleistet werden. Während die Stadt Frankfurt das Vorhaben wohlwollend aufnahm, kam insbesondere aus Sulzbach deutliche Kritik. Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) ging darauf im Rahmen einer Pressekonferenz ein: „Unsere Aufgabe im Regionalverband ist es, die gesamträumliche Entwicklung der Region im Blick zu haben. Es ist gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit unser Städte und Gemeinden die es zu bewahren gilt“, so Horn weiter. „Es gilt, kommunale Selbstverwaltung und organisches Wachstum in Einklang zu bringen. Das MTZ ist die über 50 Jahre alte erfolgreiche Idee einer autogerechten Stadt. Es ist aber auch jetzt Zeit für ein Update. Die Menschen wollen eine Stadt der kurzen Wege mit unterschiedlichen Nutzungen. Das MTZ könnte ein Vorzeigeprojekt für urbanes Wohnen werden unter Beibehaltung der attraktiven örtlichen Struktur von Sulzbach.“

Einen wesentlichen Kritikpunkt an den Vorschlägen für eine Wohnbebauung rund um das MTZ konnte der Regionalverband FrankfurtRheinMain gemeinsam mit dem Planungsbüro Albert Speer und Partner (AS+P) entkräften: Die Anbindung des Wohnquartiers mit dem schienengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr ist ebenso möglich wie ein sinnvolles Gesamtverkehrskonzept, das auf eine Minimierung des neu entstehenden Verkehrs abzielt und die ohnehin schon überlasteten Straßenknoten in dem Bereich verbessern würde. Auf einer Pressekonferenz fasste der für Mobilität verantwortliche Erste Beigeordnete des Verbandes Rouven Kötter (SPD) die Ergebnisse zusammen: „Das neue Wohnquartier wird nicht an einer fehlenden Schienenanbindung scheitern. Ein modernes Mobilitätskonzept ist machbar und könnte auch für die Bürgerinnen und Bürgern der umliegenden Kommunen von Vorteil sein.“

Im Detail stellte Stadtplaner Stefan Kornmann vom Büro Albert Speer und Partner die verschiedenen Teilbereiche des Mobilitätskonzeptes vor und ging dabei von einer Bestandsanalyse aus: über Radverkehrsanbindung, Schienenanbindung und die innere Erschließung bis hin zum PKW-Verkehr. Zunächst wurde die vorhandene Verkehrssituation analysiert. Markant sind die verbesserungswürdige Anbindung des MTZ mit einem leistungsfähigen Transportsystem und die Überlastung des Straßennetzes an der Anschlussstelle Höchst, insbesondere in den Spitzenstunden. „Aufgrund der gestiegenen Mobilität in der Region und damit auch im Frankfurter Westen und im Vordertaunus besteht bereits jetzt die Notwendigkeit, Verbesserungen im Verkehrsnetz anzustoßen. Mit dem neuen Wohngebiet entsteht die Herausforderung aber auch die Chance, leistungsfähige Verkehrselemente zu schaffen. Durch die 6.000 neuen Einwohner steigt die Wirtschaftlichkeit für innovative Schienenanbindungen und erhöht sich der Nutzen von Straßenprojekten“, so Kornmann.

„In diesem neuen Gebiet kann die „Mobilität des Jahres 2030“ implementiert und gelebt werden. Dazu gehören eine Reduktion der privaten Autos, z.B. durch Carsharing, Contracting-Modelle oder autonome Shuttles sowie eine konsequente Fokussierung auf emissionsarme Fortbewegungsmittel. Kurze und zügige Wegeführung im Innern und eine Anbindung an große Arbeitsplatzschwerpunkte mit schnellen Radwegen sollen berücksichtigt werden“, ergänzte Mobilitätsdezernent Kötter. „Für die Zukunft wird eine leistungsfähige Anbindung an den Schienenverkehr eine wesentliche Rolle spielen. Ohne geht es meiner Überzeugung nach nicht. Darüber hinaus wird eine Reorganisation des Straßenverkehrs mit einer Leistungssteigerung vorgesehen, um die heutigen Missstände zu beheben und Spielräume für das neue Wohngebiet zu schaffen.“

Die Vorstudie zeigt verschiedene Optionen auf, die im Rahmen einer Realisierung des Projektes tiefergehend geprüft und analysiert werden müssten. „Es geht uns darum, Möglichkeiten aufzuzeigen. Wir wollen Impulse setzen und zum Nachdenken anregen. Letztlich wollen wir auf diese Weise unseren Teil zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Region beitragen“, so Kötter zur Zielsetzung der Vorstudie. Die einzelnen Optionen für die Bereiche öffentlicher Verkehr und motorisierter Individualverkehr, die von Herrn Kornmann vorgestellt wurden, sind miteinander kombinierbar. Um die Bandbreite der Möglichkeiten aufzuzeigen, wurden Optionen zu einer „kleinen“ und einer „großen“ Variante kombiniert. Die „Kleine“ Variante“ geht von einer Weiterentwicklung vorhandener Erschließungssysteme aus. Das bedeutet einen Aus- und Umbau der B8 sowie eine Einschleifung der Regionalbahn-Trasse RB 11 zwischen Sulzbach und der A66 mit einer Begegnungsstelle im Bereich eines neuen Haltepunktes im Quartier, eine gebietsinterne Erschließung mit Anbindung an den neuen Haltepunkt, den kapazitätssteigernden Umbau der Autobahnanschlussstelle Frankfurt-Höchst zur Bewältigung der Verkehrsnachfrage, die Verlagerung des Anschlusses B8/L3266 (Sulzbach) und Integration in eine neue Anschlussstelle für das Neubaugebiet nördlich desselben, um das Gebiet des ehemaligen Autokinos in die neue Siedlungsstruktur integrieren zu können sowie die Absenkung der B8 in Teilabschnitten mit Anlage von Siedlungsbrücken zur Herstellung der Verbindung zwischen den Siedlungsteilen und zum MTZ. „Diese „Kleine Variante“ bietet Verbesserungen für den Verkehrsfluss zum Vordertaunus. Weiter kann aufgrund der neuen Begegnungsstelle der Takt im Bahnverkehr erhöht werden, wovon auch die angeschlossenen Kommunen profitieren“, erläutert Kornmann.

Die „Große Variante“ verfolgt eine möglichst optimale Anbindung mit öffentlichen Verkehren und eine weitgehende Trennung der Kfz-Ströme zum MTZ bzw. Höchst von denen in den Vordertaunus. Die große Variante umfasst die Anbindung an den überörtlichen Schienenverkehr durch das Verschwenken der eingleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke der Regionalbahn RB11 zwischen Sulzbach und der A66 mit einer Begegnungsstelle im Bereich eines neuen Haltepunktes im Quartier, die Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 über den Bahnhof Höchst in das geplante Wohngebiet und Bau von mehreren Halten als Teilsystem der gebietsinternen Erschließung, die Verlegung eines Teilstücks der B8 nach Westen zur Aufnahme des regionalen Verkehrs von und zum Vordertaunus mit neuer Anschlussstelle an die A66, Rückbau der bestehenden Halbanbindung (Teilknoten) AS Kelkheim, Nutzung der A66-Anschlussstelle Frankfurt-Höchst ausschließlich für den Verkehr vom/zum Wohngebiet und MTZ sowie Frankfurt-Höchst und Rückbau des Trassenabschnitts der B8. „Diese „Große Variante“ zeigt Ansätze für eine grundsätzliche Neustrukturierung der Verkehre im Bereich der B8 und eine weitergehende ÖPNV-Anbindung“, so Kornmann. „Mit der vorliegenden Konzeptstudie werden verschiedene Erschließungsoptionen aufgezeigt, auf deren Basis die Planung weiter verfolgt werden kann. In nachfolgenden Schritten sind die technische Machbarkeit, umweltbezogene und ökonomische Aspekte in Wechselwirkung mit städtebaulichen Entwürfen zu untersuchen.“

Dass es der Verband mit seiner Idee ernst meint und das Projekt nicht wieder in die Schublade verschwinden lassen will, machte Verbandsdirektor Horn abschließend deutlich: „Nach der heutigen Präsentation der Konzeptstudie zur Mobilität wird es in Kürze noch eine städtebauliche Idee geben. Wir stehen erst am Anfang eines Diskussionsprozesses und wollen das Projekt als Angebotsplanung in den neuen Regionalen Flächennutzungsplan aufnehmen.“


 

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