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Güter auf die Schiene - umweltfreundlich transportieren

Im März 2015 richtete die DB Netz AG gemeinsam mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und der IHK Frankfurt am Main nach 2013 nunmehr die zweite regionale Austauschplattform „Güter auf die Schiene“ aus. Unter den rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Vertreterinnen und Vertreter der verladenden Wirtschaft, Spediteure, Logistiker und Immobilienentwickler, Eisenbahnunternehmen, Häfen der Region, Kommunen sowie Fachleute aus Beratung und Wissenschaft. Die Veranstaltung moderierte Timon Heinrici, Chefredakteur Railbusiness und Redakteur Deutsche Logistikzeitung.

Nachfolgend sind die Programmpunkte, Vorträge, wesentliche Ergebnisse und ein Eindruck von der Veranstaltung in Bildern aufgeführt:

Programm
Güter auf die Schiene [PDF: 1,8 MB]

Vorträge

  •   Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und der Deutschen Bahn AG - Konzernstrategie DB 2020 [PDF: 1,1 MB]
    – Dr. Jörg Sandvoß, Vorstand DB Netz AG
  • Trassenpreissystem der DB Netz AG 2017 [PDF: 956 kB]
    – Mario Theis, Leiter Preise und Produkte, DB Netz AG
  • Effizienter Schienengüterverkehr für die Region - Beispiel CODE 24 Rotterdam - Genua [PDF: 3,1 MB]
    – Peter Endemann, Regionalverband FrankfurtRheinMain
  • DB Schenker Rail Deutschland AG: Regionales Vertriebskonzept und Netzwerkbahn [PDF: 1,4 MB]
    – Günter Miksch, Regionaler Vertrieb, DB Schenker Rail Deutschland AG
  • Projekt Neuverkehre durch einen Zugangsberechtigten [PDF: 4,8 MB]
    Ernst Frankenbach, Geschäftsführer Frankenbach Containerservice GmbH
    – Gerhard Oswald, Geschäftsführer GoMultimodal GmbH
  • Kombinierter Verkehr in den europäischen Korridoren [PDF: 1,7 MB]
    – Ulrich Bedacht, Kombiverkehr GmbH & Co KG

Ergebnisse

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bekannte sich klar zur Förderung des Schienengüterverkehrs und kündigte die Neuauflage eines Infrastrukturförderprogrammes zur Erschließung von Anschlussgleisen und Strecken an, sofern die Bundesförderung in Form der Gleisanschlussförderrichtlinie nicht greifen würde. Nach Aussage des Vorstandes der DB-Netz AG, Dr. Jörg Sandvoß, trügen schon viele kleinere Maßnahmen im Schienennetz wie zum Beispiel im Bereich des Knotens Frankfurt oder in Mainz zum Abbau der Kapazitätsengpässe im Schienennetz bei. Diesen Weg wolle die DB Netz weiter beschreiten. Gleichwohl dürfe die Schiene ihren Umweltvorteil gegenüber dem Lkw und der Luft nicht verspielen, so dass nicht nur bei der Lärmproblematik, sondern auch bei Baumaßnahmen die Öffentlichkeit rechtzeitig mitzunehmen sei. Daher ist es zu begrüßen, wenn bis zum Jahr 2020 die versprochenen lärmmindernden Umrüstungen am rollenden Material (überwiegend Bremsen) vollzogen würde.

Gleichwohl wurde deutlich, dass die Region im Schnittpunkt wichtiger Achsen liegt: von Hamburg/Bremen in Richtung Süden, Frankfurt in Richtung Donau/Balkan sowie dem Rhein-Alpen-Korridor. An dieser letztgenannten Achse Rotterdam – Genua, welche auch Gegenstand des CODE 24-Projektes war, werden ungefähr 50 % des gesamten Frachtaufkommens der Nord-Süd-Achsen in Mitteleuropa abgewickelt. Viele Verkehre sind zur Ver- und Entsorgung der einzelnen Regionen entlang der Achse notwendig. 80 % der auf diesem Korridor verkehrenden Züge beginnen oder enden in Deutschland. Daher darf der Fokus nicht zu sehr auf Deutschland oder Hessen als jeweiligem Transitland gelegt werden. Schienenaus- und Neubaumaßnahmen in Norditalien könnten dafür sorgen, dass die Mittelmeerhäfen Häfen Genua, Savona oder La Spezia besser für Transporte nach Italien und die Schweiz genutzt würden, um so die Menschen im Rhein-Main-Gebiet vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Dies würde auch die Unpaarigkeiten im Korridor – mit vielen Transporten von Norden nach Süden und weniger Schienentransporte in umgekehrter Richtung – abbauen. Das für 2017 vorgesehene neue Trassenpreissystem der DB Netz AG sieht einen umfassenden Beteiligungsprozess der relevanten Akteure am Markt vor und wird wichtige Aspekte einer EU-Harmonisierung berücksichtigen.

Getreu dem Motto der Veranstaltung können die generelle Reduktion des Durchschnittspreises für Güterzüge sowie die vorgesehene einjährige Rabattierung für Neuverkehre Anreize schaffen, zügiger mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Weitere Aspekte bilden Schwellenwerte bei den Zuggewichten. Die untere Schwelle von rund 2000 Tonnen ist für eine Differenzierung größerer und kleinerer Güterzüge zu hoch. Das Bedienungsbespiel der Firma Frankenbach von Mainz in Richtung Homburg/Saar verdeutlicht, dass interessante Schienenangebote auch auf kürzeren Distanzen möglich sind und es eigentlich nicht die schienenaffinen Güter gibt, sondern es vielmehr auf die auf die Schiene auszurichtende Logistikkette ankommt.

Bei der Veranstaltung wurde auch deutlich, dass wichtige Akteure wie Regionalverband, Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelskammern, Land Hessen sowie verladende und Logistikwirtschaft zusammen arbeiten müssen, um rechtzeitig Gleisanschlüsse bzw. deren Bedienung zu sichern.

Die Veranstaltung wurde ergänzt durch Marktstände der Häfen Frankfurt am Main (http://www.hfm-frankfurt.de/hafen.html), Aschaffenburg (http://www.mainhafen.de/), Hanau (http://www.hanau-hafen.de/), des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain/CODE24 (http://www.region-frankfurt.de/Europab%C3%BCro/Europaprojekte/CODE-24), Online- Transportbörse Freit-One (https://freit-one.com/Freit-One/) sowie der Online-Karte Terminals/Ladestellen der DB Netz AG (http://fahrweg.dbnetze.com/fahrweg-de/start/produkte/serviceeinrichtungen/produkte/Ladestellen.html).

Bildergalerie

Einen weiteren Eindruck von der Veranstaltung erhalten Sie anhand einiger Fotos:

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