"Es muss Spaß machen"
Er ist bekannt dafür, fast täglich auf seinem Gravel-Bike von Bad Vilbel nach Frankfurt zur Arbeit zu fahren: Tom Ebberink (44) ist der neue Regionale Radverkehrsbeauftragte des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. Er übernimmt den Staffelstab von Antje Quitta, die seit 2019 diese Aufgabe innehatte und nun zur Stadt Frankfurt gewechselt ist. Ebberink ist damit Ansprechpartner für die 80 Verbandskommunen und koordiniert beim Regionalverband die Mobilität im Bereich Radverkehr.
Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes und Mobilitätsdezernent, freut sich über den neuen Ansprechpartner des Verbandes: „Herr Ebberink ist ein ausgewiesener Kenner der Radmobilität in der Region und ein erfahrener Mitarbeiter unseres Mobilitäts-Teams im Regionalverband. Außerdem ist er ein sympathischer Mensch, der die positive Botschaft des Radfahrens bestens vermitteln kann. Er wird in seiner neuen Position ein hervorragender Botschafter des Regionalverbands und des Radverkehrs sein“, sagt Kötter.
Tom Ebberink ist seit März 2020 in der Abteilung Mobilität des Regionalverbandes tätig und hat sich bisher um die Koordination der Radschnellwege Vordertaunus (FRM5) und Frankfurt-Hanau (FRM7) gekümmert. Er ist Diplomingenieur für Raumplanung und hat als Fachplaner Verkehr Mobilitätsprojekte in Asien und Subsahara-Afrika für die GIZ unterstützt.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit als Radverkehrsbeauftragter stehen Radschnellwege. Ebberink sagt über sie: „Radschnellwege sind möglichst kreuzungsarme, breit ausgebaute Radwege, die den Nutzenden eine schnelle und komfortable Fortbewegung per Rad auf einer auch längeren Distanz ermöglichen. Dabei ist ‚schnell‘ eher im Sinne von ‚zügig‘ zu verstehen.“
Mittlerweile gibt es im Verbandsgebiet 233 Radschnellwege-Kilometer in neun Projekten, die in Planung oder im Ausbau sind. Das betrifft 35 Kommunen und vier Landkreise. Beim Radschnellweg FRM1 zwischen Frankfurt und Darmstadt sind bereits 11 Kilometer befahrbar.
„Ich komme dann ins Spiel, wenn ein Projekt mehrere Kommunen betrifft“, erklärt Ebberink. Angesichts der Länge der Radschellwege ist oft der Fall. Er sieht sich als Vermittler, der über den kommunalen Tellerrand hinausblickt, Möglichkeiten aufzeigt und Lösungen erarbeitet. „In der Region FrankfurtRheinMain geht es darum, für Mitgliedskommunen die Entwicklung des Radverkehrs möglichst einheitlich voranzubringen“, so Ebberink.
Zu seinen weiteren Aufgaben zählen auch ganz „normale“ Radwege: „Kommunen, die Radwege nicht alleine umsetzen können, finden bei uns Ansprechpartner, um sich die entsprechende Unterstützung holen zu können“, sagt er. Ebberinks Job beinhaltet auch, Veranstaltungen zu organisieren, sich auf Fachkonferenzen auszutauschen und die Bürgerinnen und Bürger in der Region über die Vorteile des Radverkehrs zu informieren.
Das alles geschieht nicht ohne Gegenwind, was bei gerade bei großen Bauprojekten wie Radschnellwegen nichts Ungewöhnliches ist. Welche Eigenschaften hat Ebberink, die für solch einen Job notwendig sind? „Durchsetzungsvermögen“, sagt er und: „zuhören können und das Wissen um die Anforderungen der Beteiligten sowie die Tatkraft, diese umzusetzen.“ Außerdem, sei ein Talent für Mediation und Kreativität gefragt.
Hinter Ebberinks neuer Aufgabe steckt ein großes Anliegen: Radfahren soll eine echte Alternative zum Auto werden. Davon möchte er Kommunen, Wirtschaft und die Menschen in der Region überzeugen. Ebberink dazu: „In einer hochverdichteten Region wie FrankfurtRheinMain ist eine gute Anbindung an das regionale Radverkehrsnetz ein Standortvorteil für Kommunen. Sowohl die Bevölkerung als auch Unternehmen profitieren gleichermaßen von günstiger, gesunder und staufreier Mobilität.“
Dass es funktionieren kann, dafür hat Tom Ebberink einige Vorbilder parat. Zum Beispiel Paris, wo sich innerhalb kurzer Zeit eine Großstadt für Fahrräder geöffnet habe. „Beeindruckend“ findet Ebberink auch die Fahrradkultur in den Niederlanden, die er bei einer Reise nach Eindhoven mit eigenen Augen sehen konnte. Seiner Ansicht nach liege die Herausforderung in FrankfurtRheinMain darin, in bestehenden städtischen Strukturen zu planen und zu bauen. Er sagt: „Oft sind unsere Städte nicht für Radschnellwege ausgelegt. Die Kunst ist es, möglichst reibungslos einen solchen zu integrieren.“ Genug Platz für alle – das sei entscheidend, so Ebberink.
Als frisch gekürter Regionaler Radverkehrsbeauftragter träumt Tom Ebberink davon, dass immer mehr Menschen mit einem gesunden, umweltfreundlichen und nachhaltigen Verkehrsmittel – wie dem Rad – unterwegs sind. Doch neben all diesen rationalen Argumenten ist ihm eines fürs Aufsatteln besonders wichtig: „Auf jeden Fall muss es Spaß machen!“
Radschnellwege im Verbandsgebiet:
👉 www.region-frankfurt.de/rsw
Infos:
- Seit 2015 setzt der Regionalverband Frankfurt-RheinMain auf sichere und gut ausgebaute Radschnellwege.
- Zum ersten Spatenstich für einen Radschnellweg im Verbandsgebiet kam es 2018 beim ersten Teilstück der Strecke Frankfurt-Darmstadt (FRM1).