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Datum: 10.02.2026

Parkplatz-Sharing holt Lkw vom Straßenrand

Wetteraukreis und Regionalverband informieren in Online-Veranstaltung

Immer wieder sorgen mit Lkw zugeparkte Wohn- und Gewerbegebiete in der Region für Unmut. Eine Art „Airbnb für Lkw-Stellplätze“ könnte viele Brummis vom Straßenrand holen. Bei der Online-Informationsveranstaltung „Effiziente Flächennutzung durch Lkw-Parkplatz-Sharing“ am Donnerstag, 5. Februar, ging es darum, möglichst viele Unternehmen für diese Idee zu gewinnen. Die Veranstaltung des Wetteraukreises griff eine Initiative des Regionalverbands FrankfurtRheinMain auf. Sie trifft den Nerv vieler Kommunen, insbesondere auch die beteiligten Unternehmen können profitieren.

Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes sagte anlässlich der Veranstaltung: „Wir freuen uns, dass der Wetteraukreis unsere Initiative unterstützt und bei den Unternehmen kräftig für die Teilnahme wirbt. Die Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.“

Birgit Weckler, Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises, die die Veranstaltung eröffnete, unterstrich: „Die angespannte Parkplatzsituation für Lkw erfordert es, neue Wege zu gehen. Das Konzept des Lkw-Parkplatz-Sharings bietet einen vielversprechenden und zugleich pragmatischen Ansatz, um vorhandene Flächen effizienter zu nutzen und die Logistik langfristig zu stärken. So profitieren am Ende alle davon – Unternehmen, Fahrerinnen und Fahrer und die Region.“

Das Thema stieß auf reges Interesse bei den Kommunen und zahlreichen Unternehmen, die zum Teil weit über dem Wetteraukreis hinaus beheimatet sind. Ein Lkw-Parkplatz-Sharing könnte für viele Unternehmen interessant sein – dies ergab die Befragung während der Veranstaltung. Zusätzliche Einnahmemöglichkeiten machen den unkomplizierten und flexiblen Ansatz für viele Unternehmen attraktiv. Zudem kann das Lkw-Parkplatz-Sharing mit dem Ausbau von E-Ladestationen gekoppelt werden, was den Ansatz wirtschaftlich noch lukrativer macht.

Renommierte Firmen wie KRAVAG Truck Parking, Tochter der R+V-Versicherung, sowie Bosch Secure Truck Parking stellten als Anbieter ihre digitalen Buchungsplattformen im Rahmen der Veranstaltung vor.

Anja Blieder-Hinterlang, Geschäftsführerin von Blieder Transporte, appellierte an die Unternehmen, sich an diesem Ansatz zu beteiligen. Dieser verbessere auch die Rahmenbedingungen in der Logistik. Denn Fahrermangel sei ein großes Problem in der Branche. Sie selbst habe auf dem eigenen Speditionshof des Familienunternehmens nur positive Erfahrungen mit dem Lkw-Parkplatz-Sharing gemacht und empfiehlt es weiter. Speziell zum Thema Ladeinfrastruktur informierte die LEA LandesEnergieAgentur über ihre Beratungsangebote für Unternehmen.

Große Vorteile durch die Initiative sieht Projektleiterin Claudia Bohner-Degrell von der Abteilung Mobilität beim Regionalverband: „Mit minimalem finanziellen Aufwand können wir hier viel erreichen. Es ist ein Win-win-Ansatz für Kommunen und Unternehmen und damit äußerst interessant für das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Wir werden das Thema daher weiter vorantreiben.“

Der nächste Termin ist bereits in Vorbereitung: Die Stadt Frankfurt plant ihren nächsten „Runden Tisch Logistik“ als Infoveranstaltung für Unternehmen dazu.

Interessierte Kommunen und Unternehmen können sich gerne bei Claudia Bohner-Degrell (bohner-degrell@region-frankfurt.de) melden.

Infos zum Thema

• Das Rhein-Main-Gebiet ist ein Drehkreuz im deutschen und internationalen Wirtschaftsverkehr. Schätzungen zufolge fehlen jedoch bundesweit 20.000 bis 40.000 Lkw-Stellplätze.
• Das Fahrpersonal muss oft in der Kabine ohne Zugang zu Sanitär- und Versorgungseinrichtungen pausieren. Die Folge sind überfüllte Parkplätze, Müll und verstopfte Straßen.
• Der Regionalverband greift das Thema der mangelnden Lkw-Parkplätze in der Wirtschaftsverkehrsstrategie für die Region FrankfurtRheinMain auf.
• Wirtschaftsverkehrsstrategie ist ein gemeinsames Handlungsprogramm, um Güter- und Dienstleistungsverkehre effizienter, reibungsloser und nachhaltiger zu gestalten.
• Die Optimierung von Lkw-Parkflächen und die Entwicklung von Ladeinfrastruktur zählen zu den konkreten Maßnahmen der Wirtschaftsverkehrsstrategie.

Infos zur Wirtschaftsverkehrsstrategie für die Region FrankfurtRheinMain

https://www.wirtschaftsverkehr-frm.de/


 

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