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Radschnellwege

Die Region FrankfurtRheinMain gilt als Pendlerhochburg Deutschlands. Im dicht besiedelten Ballungsraum liegen größere Städte wie Frankfurt am Main, Darmstadt, Wiesbaden, Mainz oder Offenbach am Main in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander und erzeugen komplexe Pendlerströme. Wichtige Ziele wie Industrie- und Wirtschaftsstandorte, Wohnquartiere und bedeutende Verkehrsknotenpunkte liegen vergleichsweise eng beieinander und können – entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt – schnell und komfortabel auch mit dem Fahrrad erreicht werden. In Deutschland stehen Radschnellverbindungen und ihre Radschnellwege noch am Anfang, nur wenige solcher Verbindungen wurden bisher realisiert und in Hessen gibt es bisher noch kein derartiges Projekt.

Dabei fördert der Radschnellweg als Netzelement den Radverkehr im Alltag. Charakteristisch ist eine hochwertige Wegequalität, die zügiges Radfahren erlaubt, womit das Fahrrad bis in einen Entfernungsbereich von 15 km und darüber hinaus zu einer attraktiven Option wird. Im Sinne eines Premiumproduktes verbindet der Radschnellweg aufkommensstarke Quell- und Zielgebiete direkt und komfortabel miteinander, um Verlagerungspotenziale vor allem im Berufsverkehr zu erschließen. Hieraus ergibt sich die Chance, in den temporär überlasteten Verkehrsnetzen die Verkehrsspitzen zu entlasten. Radschnellwege sind eine logische Fortsetzung der seit Jahren verfolgten regionalen Radverkehrsförderung und stellen die infrastrukturelle Antwort auf den ausgeprägten Trend zur Nutzung von Pedelecs dar. Mit Radschnellwegen lassen sich die Fahrtzeiten mit dem Fahrrad für die entsprechenden Relationen um 30 bis 50 Prozent verkürzen.

 

Radschnellweg in Göttingen; Foto: Stadt Göttingen, Chistoph Mischke

Radschnellweg in Göttingen; Foto: Stadt Göttingen, Chistoph Mischke

Radschnellweg Frankfurt – Darmstadt

Zur Ermittlung eines geeigneten Radschnellwegenetzes für die Region wurde zunächst für eine Reihe von Korridoren eine Potenzialabschätzung durchgeführt. Hierzu wurden Pendlerzahlen, Einwohner- und Arbeitsplatzpotenziale, wichtige Quellen und Ziele sowie geplante Baugebiete und aktuelle Entwicklungen in diesen Korridoren betrachtet. Die Pilotstrecke Frankfurt – Darmstadt wurde unter den möglichen Verbindungsachsen als Vorzugskorridor zur Umsetzung einer Radschnellverbindung ausgewählt.

Hierzu hat der Regionalverband im Mai 2014 für den Korridor Frankfurt – Darmstadt mit den Anrainerkommunen Frankfurt am Main, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen und Darmstadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese wurde von den Planungsbüros Planersocietät, Dortmund, und VIA e.G., Köln erarbeitet. Unterstützt wurden die Planungsbüros von einer Arbeitsgruppe, in der alle beteiligten Kommunen sowie das Hessische Verkehrsministerium, Hessen Mobil, die Hochschule Darmstadt mit dem Fachbereich Bauingenieurwesen und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) vertreten waren. Die Machbarkeitsstudie wurde im September 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie können sie unten in unseren Downloads aufrufen.

Die zwei beauftragten Planungsbüros haben eine Hauptvariante vorgelegt: Der rund 30 Kilometer lange Schnellweg führt aus Frankfurt-Sachsenhausen hinaus über freies Feld und geht dann durch die Städte Neu-Isenburg, Dreieich und Langen. Nach Langen wird die Trasse entlang der Bahnlinie geführt und tangiert die Kommunen Egelsbach und Erzhausen sowie den Darmstädter Stadtteil Wixhausen. Von dort geht es über Arheilgen in die Darmstädter City. Den Streckenverlauf können Sie untenstehend in der Karte einsehen.

Die Studie ergab, dass es genügend Fahrradfahrer gibt, welche diese Trasse nutzen werden, fünf von sechs der als wichtig erachteten Ziele in diesem Korridor werden mit ihr erschlossen. Auch die Umsetzung wäre relativ einfach: Im Wesentlichen müssen vorhandene Wege ertüchtigt werden, Neubauten stellen eher die Ausnahme dar. Innerorts müssen die Fahrradstraßen oder Radfahrstreifen entsprechend ausgebaut und ausgewiesen werden, außerhalb der Bebauungen müssen land- und forstwirtschaftliche Wege den Anforderungen angepasst werden. Bei zirka 70 Prozent aller Kreuzungen kann der Radschnellweg die Vorfahrt bekommen.

Weitere Informationen finden Sie unten bei den Downloads.

Radschnellweg Frankfurt – Hanau

In der Region soll ein weiterer Radschnellweg auf der nordmainischen Seite realisiert werden. Mit einer Länge von 15 bis 20 Kilometern soll er Frankfurt am Main, Maintal und Hanau miteinander verbinden. Zu diesem Zweck hat die interkommunale Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Regionalverband und den drei Kommunen, im Februar 2016 eine Absichtserklärung unterschrieben, um eine Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Eine Karte möglicher Streckenführungen finden Sie unten bei den Downloads.

Radschnellweg Frankfurt – Gateway Gardens

Die Radschnellverbindung Frankfurt – Gateway Gardens soll im Rahmen des EU-Förderprojekts CHIPS („Cycle Highways Innovation for Smarter People Transport and Spatial Planning“) ausgearbeitet werden. Der Förderantrag wurde positiv beschieden.

 

Letzte Aktualisierung: 8. März 2016