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Glasfaserkabel für die Region

Leben und Arbeiten – beides ist heute ohne eine schnelle und stabile Internetverbindung kaum mehr vorstellbar. Die Auswirkungen der Pandemie haben dabei einmal mehr deutlich gemacht, wie dringend eine moderne digitale Infrastruktur für funktionierende digitale Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft ist.

Bisherige Übertragungstechnologien wie Kupferkabel stoßen bei starkem Anstieg der Datenmengen, die ausgetauscht werden müssen, zunehmend an ihre Grenzen. Nur ein flächendeckendes Netz aus Glasfaser (FTTH/B ‒ fibre to the Home/ Building, Glasfaser bis an /in das Gebäude) als leistungsfähiges, kabelgebundenes Datenübertragungsmedium mit geringer Störanfälligkeit und langer Lebensdauer kann die enorm steigenden Bedarfe decken.

Glasfaserleitungen bilden zudem die infrastrukturelle Grundlage für den Ausbau weiterer digitaler Infrastrukturen wie 5G (Netz der fünften Mobilfunkgeneration) oder Rechenzentren sowie für die reibungslose Nutzung digitaler Anwendungen der Zukunft. Ein leistungsfähiges, flächendeckendes Glasfasernetz ist somit das Fundament für einen weiterhin attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort FrankfurtRheinMain.

Der Regionalverband hat daher das regionale Kooperationsprojekt „Gigabitregion FrankfurtRheinMain“ (kurz: Gigabitregion FRM) ins Leben gerufen.


Was sind die Ziele der Gigabitregion FRM?

Die Idee hinter dem Zusammenschluss aus insgesamt 139 Kommunen in der Region FrankfurtRheinMain ist es, durch ein konzertiertes regionales Vorgehen, in enger Kooperation mit der Privatwirtschaft und den kommunalen Unternehmen vor Ort sowie durch die Synchronisation von eigenwirtschaftlichem, kooperativem und gefördertem Ausbau einen flächendeckenden, kosteneffizienten und beschleunigten Glasfaserausbau in der Gigabitregion FRM zu erreichen.

Hochmoderne, frei zugängliche Glasfaseranschlüsse bis an jedes Unternehmen und nahezu jeden Haushalt sind dabei das erklärte Ziel der Gigabitregion FrankfurtRheinMain:

    • Bis 2025 sollen alle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Gewerbebetriebe in der Gigabitregion mit einem glasfaserbasierten, gigabitfähigen Internetzugang ausgerüstet werden.
    • Bis 2025 sollen die Hälfte und bis 2030 sogar 90 Prozent aller Haushalte in der Gigabitregion mit einem glasfaserbasierten, gigabitfähigen Internetzugang ausgerüstet werden.

Wir wollen damit heute die Gigabitregion FrankfurtRheinMain der Zukunft schaffen!

Was sind die Vorteile des Zusammenschlusses für die Region?

Der Zusammenschluss der Gigabitregion FRM bringt dabei folgende Chancen und Vorteile:

  • Ein konzertiertes Vorgehen von 139 Kommunen in der Region ermöglicht diesen, mit den Telekommunikationsunternehmen (TKU) auf Augenhöhe zu verhandeln.
  • Mit Abschluss der Rahmenvereinbarungen sichern die beteiligten Unternehmen ihre begrenzten Baukapazitäten und Investitionsmittel für die kommenden Jahre zu und binden sich hiermit an unsere Region.
  • Im Gegenzug sichert die Region zu, eine attraktive Gebietskulisse und ein positives und sicheres Investitionsklima für die TKU zu schaffen, bspw. durch standardisierte Verfahren oder digitale und verkürzte Genehmigungsverfahren.
  • Durch die Festlegung gemeinsamer Grundsätze und einheitlicher Standards, Vorgaben und Richtlinien für den Ausbau werden nicht nur Ressourcen auf beiden Seiten gespart, sondern auch zur Beschleunigung des Ausbaus beigetragen.
  • Insgesamt wird für alle Beteiligten eine verlässliche Ausbauplanung und mehr Transparenz im Ausbauprozess geschaffen und ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser deutlich befördert.
  • Mit einem zentralen regionalen Ansprechpartner für TK-Unternehmen und Kommunen in Form der GmbH können auch Konflikte schnell gelöst werden.
  • Zudem entsteht mit der GmbH ein regionales Kompetenzzentrum für den Glasfaserausbau, das die Kommunen mit regionalen und kommunalen Unterstützungs- und Beratungsleistungen entlastet.

Ein starker Akteur in der Umsetzung: die Gigabitregion FRM GmbH

Für die Umsetzung des regionalen Gigabit-Projektes wurde im Juni 2021 die Gigabitregion FrankfurtRheinMain GmbH (Gigabitregion FRM GmbH) als offiziell verfasste Organisation des regionalen Zusammenschlusses gegründet.

Die Gigabitregion FRM GmbH dient dabei als zentrale Schnitt- und Koordinierungsstelle für den Glasfaserausbau in der Region. Entsprechend der Zielsetzung des Projektes (siehe Abschnitt „Was sind die Ziele der Gigabitregion FRM“) sollen rund 1,5 Millionen Haushalte und rund 640 Gewerbegebiete in der Region bis 2030 mit Glasfaser angeschlossen werden. Hierfür müssen rund 25.000 km Kilometer Glasfaserleitungen verlegt werden.

Um diese Ziele zu erreichen, hat die Gigabitregion FRM GmbH im Anschluss an ein umfassendes Markterkundungsverfahren (siehe Abschnitt zur Entstehung und Anfangsphase der Gigabitregion FRM) Rahmenverträge mit den Unternehmen Deutsche GigaNetz GmbH, Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH und Telekom Deutschland GmbH abgeschlossen, die mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Schwerpunkten einen eigenwirtschaftlichen Beitrag in der Region leisten möchten. Durch dieses Mehr-Partner-Modell bleibt der Wettbewerb trotz Kooperation erhalten und die Kommunen können den vor Ort passenden Ausbaupartner frei wählen.

Die GmbH dient zudem als Ansprechpartner und zentrale Verbindungsstelle zwischen den TK-Unternehmen und den Gebietskörperschaften. Sie wird während der gesamten Projektumsetzung für das Prozess- und Projektmanagement sowie für das Projekt-Monitoring verantwortlich sein, die Qualitätssicherung überwachen und in Konfliktfällen moderieren. Den beteiligten Kommunen und Landkreisen wird sie zudem unterstützend und beratend zur Seite stehen, sei es im privatwirtschaftlichen oder im geförderten Ausbau.

Gesellschafter der GmbH sind derzeit (Stand Juli 2022) der Regionalverband als Projektinitiator, die Kreise Bergstraße, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Offenbach, Rheingau-Taunus und Wetterau sowie die kreisfreien Städte Offenbach am Main und Wiesbaden.

Weitere Informationen sowie alle Kontaktdaten finden sich auf der Webseite der Gigabitregion FRM GmbH.

Das Gebiet der Gigabitregion FRM

Der Zusammenschluss der Gigabitregion FRM besteht aus insgesamt 139 Kommunen. Dies sind die 80 Mitgliedskommunen des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, 28 nicht im Verbandsgebiet liegende Kommunen der Kreise Groß-Gerau, Main-Kinzig und Wetterau, 13 Kommunen des Kreises Bergstraße, die 17 Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises sowie die kreisfreie Stadt Wiesbaden.

Beteiligte Kommunen im Kreis Bergstraße sind die Stadt Bensheim, die Gemeinde Biblis, die Stadt Bürstadt, die Gemeinde Einhausen, die Gemeinde Groß-Rohrheim, die Kreisstadt Heppenheim (Bergstraße), die Stadt Hirschhorn (Neckar), die Stadt Lampertheim, die Gemeinde Lautertal (Odenwald), die Stadt Lorsch, die Stadt Neckarsteinach, die Stadt Viernheim und die Stadt Zwingenberg.

Hintergrund: Entstehung und Anfangsphase der Gigabitregion FRM

Der regionale Zusammenschluss Gigabitregion FrankfurtRheinMain wurde am 16. Mai 2019 mit der öffentlichkeitswirksamen Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung der Landkreise Bergstraße, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Rheingau-Taunus, Wetterau und Offenbach, der Städte Frankfurt am Main, Offenbach am Main und Wiesbaden sowie dem Regionalverband unter Federführung des Regionalverbandes ins Leben gerufen (die Absichtserklärung finden Sie im Downloadbereich dieser Seite).

Es folgte ein öffentliches Markterkundungsverfahren zur Identifizierung von geeigneten Kooperationsmodellen, Lösungsansätzen und Ausbaukonzepten für eine Rahmenkooperation mit der Privatwirtschaft, bei dem interessierte Telekommunikationsunternehmen ihre Konzepte einreichen konnten (die Unterlagen zur Markterkundung finden Sie im Downloadbereich dieser Seite).

Auf Grundlage der eingegangenen Konzepte und zahlreicher Verhandlungsgespräche wurden Rahmenkooperationsvereinbarungen mit drei TK-Unternehmen ausgearbeitet und unterzeichnet. Die offizielle Vertragsunterzeichnung mit den TK-Unternehmen erfolgte dabei durch die im weiteren Verlauf für die Umsetzung und Koordination des Gigabit-Projektes gegründete Gigabitregion FRM GmbH als offiziell verfasster Organisation des Zusammenschlusses (siehe Abschnitt zur GmbH). Mit Unterzeichnung der Rahmenverträge startete die Umsetzungsphase des Projekts und die Geschäfte wurden in die Hände der neuen GmbH gelegt.