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Datum: 15.09.2026

Engpässe bei Fachkräften auch in wirtschaftsstarker Metropolregion FrankfurtRheinMain spürbar

Aktuelles Monitoring unterstreicht die Bedeutung der Fachkräftesicherung für die Region

Ob Wohnungsbau, digitale Transformation, Erziehung, Gesundheitsversorgung oder Pflege: Die Metropolregion FrankfurtRheinMain steht vor großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die nur mit Hilfe qualifizierter Fachkräfte erfolgreich bewältigt werden können. Um wirksame Strategien und Maßnahmen für die Region ableiten zu können, sind fundierte Datengrundlagen zur Fachkräftesituation erforderlich. Hier setzt die aktuelle Fachveröffentlichung „Fachkräfte im Fokus“ des Regionalverbandes an.

Das Besondere hierbei: Erstmals werden eigene datenbasierte Analysen des Regionalverbandes zur regionalen Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsstatistik mit Auswertungen aktueller Studien und Prognosen einschlägiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktforschungsinstitute auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene zusammengeführt. Hierdurch entsteht ein umfassendes Gesamtbild des derzeit verfügbaren Wissensstandes zur berufsspezifischen Fachkräftesituation und zu möglichen zukünftigen Entwicklungspfaden in der Region.

Die Ergebnisse des Monitorings zeigen, dass berufsspezifische Fachkräfteengpässe längst auch in der wirtschaftsstarken Metropolregion FrankfurtRheinMain spürbar sind. Dies betrifft sowohl Unternehmen unterschiedlicher Branchen als auch öffentliche Verwaltungen und insbesondere die Kommunen. Stellen, die im Jahr 2025 erfolgreich besetzt werden konnten, waren durchschnittlich 155 Tage zur Vermittlung gemeldet – die Besetzung dauerte 22 Tage länger als noch vor fünf Jahren. Zudem bestanden weiterhin Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt: Trotz rund 3.250 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern blieben mehr als 2.600 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Die anhaltend schwache gesamtwirtschaftliche Lage wirkte zuletzt dämpfend auf den Arbeitsmarkt und trug in Teilen der Wirtschaft zur Abmilderung von Fachkräfteengpässen bei. Dies spiegelt sich in Unternehmensbefragungen auf Bundes- und Landesebene wider. Zudem ist die Zahl der Engpassberufe in Hessen nach Analysen der Bundesagentur für Arbeit in den letzten beiden Jahren wieder zurückgegangen.

Trotzdem dürfte die jetzige Erholung nur vorübergehend sein. Die strukturellen demografischen Faktoren, die zu Fachkräfteengpässen führen, wirken in den nächsten Jahren verstärkt fort. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist sowohl bundesweit als auch in der Region FrankfurtRheinMain mittelfristig von einer Ausweitung und Verschärfung berufsspezifischer Fachkräfteengpässe auszugehen. Aktuelle Prognosen legen nahe, dass die altersbedingten Erwerbsaustritte noch bis in die 2030er-Jahre zunehmen und sich danach auf hohem Niveau verstetigen. Hierdurch nimmt das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften ab – wenn auch weniger stark als bundesweit.

Besonders stark betroffen sind Berufe in Erziehung, Gesundheit und Pflege sowie bestimmte technische, handwerkliche und Verkehrsberufe. Aus den Daten der letzten Mittelfristprognose des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) lässt sich errechnen, dass bis 2030 allein im hessischen Teil der Metropolregion rund 179.500 Fachkräfte, davon fast zwei Drittel mit Berufsausbildung und etwas mehr als ein Drittel mit Studienabschluss, fehlen könnten.

Schwierig abzuschätzen ist bislang, wie sich der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf den Arbeitsmarkt und die Fachkräftesituation auswirken wird. Aktuelle Studien belegen einen dynamischen Anstieg der KI-Nutzung in den Unternehmen und der potenziellen Substituierbarkeit insbesondere von Expertentätigkeiten.

Nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) könnten sich positive und negative Effekte der KI-Nutzung langfristig ausgleichen und vor allem zu strukturellen Verschiebungen zwischen den Wirtschaftsbereichen führen. Dementsprechend dürfte trotz zunehmendem KI-Einsatz der demografische Wandel in den kommenden Jahren den strukturprägenden Faktor für den Arbeitsmarkt darstellen.

„FrankfurtRheinMain ist eine wirtschaftsstarke und international attraktive Region. Das sind gute Voraussetzungen im Wettbewerb um Fachkräfte – aber kein Selbstläufer“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes. „Deshalb haben wir bereits vor mehr als zehn Jahren eine Willkommensstrategie auf den Weg gebracht und mit ‚Find it in FRM‘ ein wichtiges Angebot für internationale Fachkräfte geschaffen. Unser aktuelles Monitoring zeigt: Entscheidend wird künftig nicht nur sein, Fachkräfte zu gewinnen, sondern ihnen auch gute Perspektiven zu bieten und sie dauerhaft für unsere Region zu begeistern. Darauf wollen wir unsere Fachkräftestrategie weiter ausrichten.“

Ergänzend zu dem veröffentlichten Monitoring führt der Regionalverband derzeit eine Befragung durch, um tiefere Einblicke in die Perspektiven internationaler Fachkräfte in der Region zu erhalten. Die Befragung richtet sich an internationale Fachkräfte, die bereits seit mindestens drei Monaten und seit maximal fünf Jahren in der Metropolregion FrankfurtRheinMain wohnen und erwerbstätig sind. Die Teilnahme ist unter dem folgenden Link möglich:

Deutsche Version: https://region-frankfurt.limesurvey.net/internationalprofessionals

Englische Version: https://region-frankfurt.limesurvey.net/internationalprofessionals?lang=en

Die Erkenntnisse aus dem Monitoring und der Befragung fließen in die Erarbeitung einer aktualisierten Fachkräftestrategie des Regionalverbandes ein.

Weitere Informationen

• Die Metropolregion FrankfurtRheinMain mit rund 5,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie knapp 2,6 Millionen Beschäftigten zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen und den treibenden Kräften in Deutschland und Europa. Sie geht über das Verbandsgebiet hinaus und erstreckt sich über Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Insgesamt setzt sich die Metropolregion aus acht kreisfreien Städten und 18 Landkreisen zusammen.

• Das Monitoring „Fachkräfte im Fokus“ kann im Internet unter www.region-frankfurt.de heruntergeladen werden. Bitte im Suchfeld folgenden Webcode eingeben: zuk15


 

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