Karben ist "Streuobstkommune des Jahres 2026"
Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat die Stadt Karben mit dem Titel „Streuobstkommune des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes, übergab die Ehrung auf dem Gelände der Streuobstwiese Ulmenweg in Klein-Karben an Bürgermeister Guido Rahn, Celina Parsons (Stadt Karben) sowie Anke Behrens und Eckhard Neitzel (beide Interessengemeinschaft Streuobst e.V. Karben). Damit würdigt der Regionalverband das äußerst vielfältige Engagement von Stadt, örtlichen Vereinen und weiteren Akteurinnen und Akteuren zum Erhalt der wertvollen Streuobstbestände.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie in Karben der Erhalt von Streuobstwiesen durch breites bürgerschaftliches Engagement getragen wird. Hier sind besonders die IG Streuobst, der BUND und der NABU zu nennen, die sich für die ökologische Bewirtschaftung der Streuobstwiesen einsetzen. Da ich selbst über Karbener Wurzeln verfüge, freue ich mich über diese Auszeichnung ganz besonders. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft, bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Rückzugsräume und prägen zugleich das unverwechselbare Bild unserer Region“, sagte Rouven Kötter.
Neben dem Vereins-Netzwerk engagieren sich in Karben Landwirte, die die Wiesen mähen oder die Flächen von Schafen oder Rindern beweiden lassen. Auch werden Pächter städtischer Streuobstwiesen bei der Anschaffung von Jungbäumen unterstützt und werden, sofern erwünscht, von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern intensiv betreut.
Ein weiteres Engagement betrifft die Umweltbildung: Die Stadt Karben hat in Kooperation mit der IG Streuobst eine Streuobst-Pädagogin angestellt, die Kindern den Lebensraum Streuobstwiese näherbringt. Zudem ist die Stadt erste Mitgliedskommune beim Projekt Wetterauer Ernten, in dessen Rahmen seit 2021 auf vier Flächen Früchte in haushaltsüblichen Mengen geerntet werden dürfen. Last but not least stellt die Kelterei Rapp’s seit langer Zeit Saft aus Äpfeln von Karbener Streuobstwiesen her.
„Für uns in Karben ist es sehr wichtig, unsere Streuobstweisen zu erhalten. Sie sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Arten, sondern haben auch eine bedeutende Funktion als Erholungsgebiet. Künftig müssen wir zudem die Herausforderungen des Klimawandels für Streuobstwiesen verstärkt in den Blick nehmen, sprich hohe Temperaturen, Extremwetter und Wasserknappheit. Von daher freue ich mich heute sehr, dass der Regionalverband die vielen Aktivitäten für Streuobstwiesen würdigt und damit einmal mehr die Kulturlandschaft Streuobst ins öffentliche Bewusstsein rückt“, sagte Bürgermeister Guido Rahn.
In Karben gibt es rund 37 Hektar Streuobstflächen mit 2.480 Bäumen, die sich in städtischem Besitz befinden. Einige der Streuobstbestände befinden sich in Schutzgebieten wie dem Naturschutzgebiet „Pfingstweide und Kloppenheimer Wäldchen“. Im Bereich „Am Riedberg“ innerhalb der Gemarkung Okarben prägen Streuobstbestände das Landschaftsbild besonders.
Neben Karben hatte der Regionalverband kürzlich als zweite Streuobstkommune des Jahres 2026 auch die Gemeinde Limeshain gewürdigt. Damit macht der Regionalverband FrankfurtRheinMain beispielhafte kommunale Initiativen sichtbar, die Streuobstwiesen als Lebensraum, Kulturgut und Teil der regionalen Identität dauerhaft erhalten.