Sprungziele
Inhalt
 
Datum: 01.09.2017

5.400 Stellungnahmen zur Windenergie

Erste Sichtung des Posteingangs nach der Offenlage beim Regionalverband FrankfurtRheinMain

Rund 5.400 Stellungnahmen sind beim Regionalverband FrankfurtRheinMain bei der zweiten Offenlage des sogenannten „Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ in der Zeit von April bis Juli eingegangen. Davon haben rund 3.000 Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden eigene Stellungnahmen abgegeben und sich rund 2.400 Bürger durch ihre Unterschrift auf Sammellisten beteiligt. „Das Interesse war wieder sehr groß, schon bei der ersten Offenlage vor drei Jahren hatten wir so viel Einwendungen“, sagt Thomas Horn (CDU), Beigeordneter des Regionalverbandes. Der endgültige Plan soll einmal festlegen, dass der Bau von großen Windenergieanlagen künftig nur noch an geeigneten Stellen im Gebiet des Regionalverbandes konzentriert wird. Im übrigen Teil der Region soll der Bau solcher Anlagen ausgeschlossen werden.

Eine erste grobe Durchsicht der eingegangenen Post zeigt, dass sich die Bevölkerung an der Planung beteiligt, in deren Nachbarschaft sich geplante Windvorranggebiete befinden. Viele private Stellungnahmen kommen aus den Bereichen des Taunuskamms und der Burg Münzenberg. Es sind die Gebiete um Hofheim, Bad Homburg, Friedrichsdorf, Bad Nauheim/ Friedberg/Rosbach und Wölfersheim, zu denen die meisten Anregungen abgegeben wurden. Den Stellungnehmern haben folgende Themen am Herzen gelegen: mögliche Beeinträchtigung ihrer Erholung in der Natur, der Schutz von Vögeln, landschaftsbildprägende denkmalgeschützte Burgen und die Freihaltung des Limes. Gefordert wurden auch entsprechende Abstände zu Ortschaften oder zu Einrichtungen der Deutschen Flugsicherung. „Die Stellungnahmen sind zum Teil sehr umfangreich und weisen hohe Fachkenntnis auf“, sagt Horn. Dies gelte beispielsweise für die Themen vorhandene Windgeschwindigkeit oder Boden- und Grundwasserschutz.

Der Regionalverband bearbeitet jetzt die Stellungnahmen im Einzelnen. Als Erstes erhalten die Einwender Eingangsbestätigungen, um sicherzustellen, dass auch wirklich sie die Stellungnahme verfasst haben und die Adresse stimmt. Anschließend werden alle vorgebrachten Argumente analysiert: Themenerkundung und Beantwortung der Kritikpunkte machen in der Regel neue Bestandserhebungen sowie die Einbeziehung von Fachgutachtern und -behörden erforderlich. Dies gilt insbesondere bei schwierigen Fragen zum Arten- und Denkmalschutz oder zur Windmessung. Im nächsten Schritt erhalten die Stellungnehmer eine Antwort. In gut einem Jahr will der Regionalvorstand den Teilplan beschließen und zur Verabschiedung an die Verbandskammer weitergeben. Final muss die hessische Landesregierung das Planwerk genehmigen.

Das Gebiet des Regionalverbandes reicht in Nord-Süd-Ausdehnung von Münzenberg bis Groß-Gerau und in West-Ost-Ausrichtung von Eppstein bis Langenselbold. Darin leben etwa 2,3 Millionen Einwohner. In dem Planentwurf sind insgesamt 29 Windvorrangflächen eingezeichnet. Parallel zu diesem Verfahren legte auch das Regierungspräsidium Darmstadt seinen Plan für Windvorrangflächen für den Regierungsbezirk offen. Auch alle weiteren Schritte werden synchron erfolgen.

 

Zurück zu den Pressemitteilungen