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Datum: 02.11.2016

Einmalig in Deutschland: Steckbriefe geben Auskunft über Energieverbrauch und -erzeugung für jede Kommune in der Region

Regionalverband FrankfurtRheinMain startet Klima-Energie-Portal

(tek) Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat Energiesteckbriefe für alle seine 75 Mitgliedskommunen erstellt und erstmalig übersichtlich in einem Portal zusammengefasst. Nach einer einheitlichen Methodik werden damit die Energieverbräuche für Wärme, Strom und Mobilität, die lokale Energieerzeugung, das heißt Wärme und Strom aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern, sowie die dadurch entstehenden Kohlendioxid-Emissionen flächendeckend dargestellt. „Das ist einmalig. Eine kontinuierliche Energie- und Treibhausgas-Bilanzierung einer Region nach einheitlichen Kriterien gibt es nach unserer Kenntnis in ganz Deutschland nicht“, sagt Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD) nicht ohne Stolz.

Bisher gab es für die Kommunen und Landkreise des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain keine einheitlichen vergleichbaren Daten. In dem neuen Portal www.klimaenergie-frm.de werden unter dem Reiter „Kommunale Energiesteckbriefe“ Daten zu Energieerzeugung, -verbrauch und zu den Treibhausgasen der Kommunen präsentiert. Auf Karten können die Standorte der Energieanlagen wie auch große Verbraucher gefunden werden, systematische Bilanzierungen machen die Daten anschaulich. Startschuss für die Steckbriefe war Anfang des Jahres 2015, seitdem wurden die Daten fortgeschrieben und aktualisiert. „Damit ist der erste Schritt zu einem umfassenden Monitoring und einer regelmäßigen Berichterstattung zur regionalen Energiewende gemacht. So können wir zeigen, was die Region FrankfurtRheinMain hinsichtlich der Klimaziele des Landes Hessen leistet“, erklärt Stüve. Die angewandte Methodik werde laufend in Abstimmung mit den Kommunen, Kreisen und dem Land Hessen verfeinert. „Wir werden die Datenbasis noch verbreitern und die Datenqualität kontinuierlich erhöhen.“

In dem Portal sind ferner die Rubriken Klima-Energie-Atlas, regionale Projekte sowie Klima-Energie-Wissen zu finden. Der Klima-Energie-Atlas enthält Informationen zu über 15.500 Energieerzeugungsanlagen in der Region und stellt Daten zu Energieerzeugung, -verbrauch und CO2-Emissionen für die Verbandskommunen in einer einheitlichen Struktur und auf Basis einheitlicher Berechnungsmethoden bereit. Er enthält über 40 verschiedene Kartenebenen, beispielsweise Energieanlagen nach fossilen und erneuerbaren Energieträgern, erneuerbare Stromerzeugung pro Einwohner und anderes mehr mit rund 100 Indikatoren je Kommune. „Die gewonnenen Daten sind nicht nur für unsere Mitgliedskommunen, sondern auch für unsere Bürgerinnen und Bürger interessant. Nur mit einer soliden Datenbasis wird es uns gelingen, die Energiewende herbeizuführen. Das gilt gerade für einen Ballungsraum wie dem unsrigen, in dem sehr viel Energie verbraucht wird“, sagt Stüve.

Hier ein paar Erkenntnisse aus dem Portal:
Die meiste Energie im Gebiet des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain wird für die Wärmeerzeugung verbraucht, nämlich rund 47 Prozent. Etwa ein Drittel der Energie entfällt auf die Mobilität. Den geringsten Anteil hat der Stromverbrauch mit 23 Prozent. Fast 60 Prozent des verbrauchten Stroms muss importiert werden, das heißt, von dem Strom, den wir verbrauchen, wird nur 40 Prozent in der Region erzeugt. Insgesamt wird fünf Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien lokal erzeugt. Legt man für den Importstrom den deutschen Mix zugrunde – hier liegt der Anteil an erneuerbaren Energien bei 30 Prozent –, beträgt der Gesamtanteil an erneuerbaren Energien für den Stromverbrauch 22 Prozent. Schließlich wird zwei Prozent der Wärme, die in der Region verbraucht wird, aus erneuerbaren Energien erzeugt, die übrige Wärme speist sich aus nicht regenerativen Technologien. Den größten Anteil hat hierbei der fossile Hausbrand mit zirka 78 Prozent.

Das Gebiet des Regionalverbandes reicht in der Süd-Nord-Ausrichtung von Groß-Gerau bis Münzenberg und auf der Ost-West-Achse von Eppstein bis Langenselbold.

 

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