Sprungziele
Inhalt
 
Datum: 09.03.2018

Gemeinsam geht mehr!

Reaktion des  Verbandes auf die Allianz aus BUND und Bauernverband

Die Allianz aus BUND und Bauernverband fordern intelligente Lösungen gegen den Verlust hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen für den Siedlungsbau. Sie sprechen davon, dass in den vergangenen 25 Jahren 40.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen in Hessen verloren gegangen sind und fordern, auf alle Neubaugebiete zu verzichten nach dem Motto „mehr geht nicht“. Diese Haltung beruht aus Sicht des Verbandsdirektors des Regionalverbandes Thomas Horn auf einer falschen Vorstellung der realen Entwicklung in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Zwar herrscht in der Metropolregion FrankfurtRheinMain ein enormer Entwicklungsdruck, der sich in der hohen und weiter ansteigenden Nachfrage nach Siedlungsflächen zeigt. Dennoch ist es in der Vergangenheit gelungen, die Größe der Flächen für die Land- und Forstwirtschaft und den Schutz von Natur und Landschaft zu steigern. In den Jahren 2011 bis 2016 wurden im Gebiet des Regionalverbandes zusätzlich 206 Hektar neue Flächen für die langfristige Nutzung als Acker, Wald und Schutzgebiete ausgewiesen. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Siedlungsflächen um 205 Hektar. Diese Entwicklung war möglich, weil nicht nur neue Siedlungsflächen ausgewiesen, sondern gleichzeitig alte Siedlungsflächenplanungen überprüft und aufgegeben wurden. Auf diese Weise sind wichtige Freiflächen erhalten und entwickelt worden. Die Zusammenarbeit von Gemeinden, Landwirten und Naturschutzverbänden war hier erfolgreich.

„Wir sind die durchgrünteste Metropolregion weltweit und wollen diese Stärke behalten und gestalten“ so Thomas Horn. Eine Festlegung auf ein Nullwachstum der Siedlungsfläche ist nicht denkbar in einer Metropolregion die vor großen Herausforderungen steht bei der weltweiten Konkurrenz um Arbeitsplätze und Zukunftsinvestitionen. Ankommen und Weggehen sind Normalität in FrankfurtRheinMain. Der Wohlstand der Region hängt damit zusammen, dass sich Menschen aus der Welt hier wirtschaftlich und kulturell engagieren. Für die hier ansässigen und die hinzukommenden Menschen muss die Region Heimat bieten. Ist es nicht möglich, dass der steigende Bedarf an Wohnungen nur in der bereits bebauten Siedlungsfläche gedeckt werden kann. Genauso wenig ist denkbar, dass die Landwirtschaft sich nicht ändert. Die urbane Landwirtschaft hat sich weiterentwickelt und entspricht heute schon nicht mehr einer romantischen Vorstellung des Bauernlebens. In der durchgrünten Metropolregion liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen an S-Bahn Haltestellen und in direkter Nähe zu Wohnungen und Arbeitsstätten. Urbane Landwirte sind heute nicht nur Produzenten von hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten sondern auch Direktvermarkter, Anbieter von Sport- und Freizeitangeboten, Energieerzeuger, Gastronomen und Eigentümer von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Die Bundesregierung hat zur Vorgabe gemacht, dass künftig der Bodenverbrauch für Siedlungszwecke reduziert wird und maximal 30 Hektar Siedlungsflächen täglich neu hinzukommen sollen. Das wären für Hessen 2,5 Hektar pro Tag oder 910 ha pro Jahr. FrankfurtRheinMain ist der Raum, in dem die Bevölkerung in Hessen am schnellsten wächst und die meisten Siedlungsflächen benötigt werden. Der Regionalverband wird auch in Zukunft seinen Beitrag dazu leisten, dass die Zielvorgaben der Bundesregierung eingehalten oder sogar unterschritten werden. Es kann aber nicht nur Ziel sein, bestimmte Flächengrößen einzuhalten. Wir müssen vielmehr neue Qualitäten erreichen. Derzeit liegt die Wohnungsproduktion unter der Nachfrage, sie muss gesteigert werden, um auch Haushalten mit mittleren und niedrigen Einkommen ein Zuhause zu geben. Es werden jährlich rund 9.000 Wohnungen neu gebaut und es werden bis zum Jahr 2030 jährlich 14.700 neue Wohnungen benötigt. Der Regionalverband sieht seine Aufgabe darin, ein qualitatives Wachstum für die Region sicher zu stellen, d.h. die wirtschaftliche Entwicklung weiter zu fördern, ausreichende Wohnungen für die wachsende Bevölkerung bereitzustellen und hochwertigen Freiflächen zu schützen und zu entwickeln. Er folgt damit dem Leitbild der durchgrünten, nachhaltigen Metropolregion, die offen und vorbereitet ist für künftige Herausforderungen. „Mehr geht nicht“ lautet nicht der Slogan sondern „gemeinsam geht mehr“.

 

Zurück zu den Pressemitteilungen