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Datum: 06.07.2017

Nur 60 Prozent des eigentlichen Bedarfs wird gedeckt

Regionalverband veröffentlicht Zahlen zu den Baufertigstellungen 2016

Im Jahr 2016 wurden im Gebiet des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain gut 9.100 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Anteil von nahezu 50 Prozent am Wohnungsbau in ganz Hessen. Damit liegen die Baufertigstellungen 2016 im Verbandsgebiet nur leicht über den Zahlen der beiden Vorjahre, in denen jeweils knapp 9.000 Wohnungen realisiert wurden. „Die Baufertigstellungen reichen bei weitem nicht an den Wohnungsbedarf heran, den wir bis zum Jahr 2020 auf rund 14.600 Wohnungen per anno schätzen. Das zusätzliche Wohnungsangebot deckt also nur gut 60 Prozent des errechneten Bedarfs“, erklärt der Direktor des Regionalverbandes, Ludger Stüve (SPD).

Er verweist auch auf die jüngsten Zahlen des Bundesministeriums für Umwelt und Bauen, nach denen pro Jahr mindestens 350.000 Wohnungen in Deutschland gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. Die Wohnungswirtschaft selbst gehe gar von 400.000 Einheiten aus, die größte Not bestehe vor allem in den Ballungsräumen. „Es ist genügend Bauland vorhanden, es wird nur nicht entwickelt. Vor allem ist das Umland gefordert mehr zu bauen, denn die Stadt Frankfurt muss dringend entlastet werden“, sagt Stüve.

Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 sind 3,9 Wohnungen pro 1.000 Einwohner im Verbandsgebiet gebaut worden. Nach dieser Berechnungsformel sind die zehn Kommunen mit der höchsten Bauintensität: Kelsterbach, Münzenberg, Seligenstadt, Hochheim und Frankfurt, gefolgt von Erlensee, Butzbach, Friedberg, Langen und Hattersheim. Es fällt auf, dass in vielen Kommunen nur sehr unstetig Wohnungsbau betrieben wird: Ist ein Wohngebiet einmal erschlossen und bebaut, folgen oftmals mehrere Jahre mit wenigen oder gar keinen Baufertigstellungen. Andere Kommunen verharren – bei geringen Fertigstellungszahlen – auf dem Status Quo. Wieder andere Kommunen haben Baugebiete in der Planung, die die Baufertigstellungen in den nächsten Jahren dort nach oben schnellen lassen werden. „Ich appelliere an die hessische Landesregierung, mehr zu tun als zinsverbilligte Darlehen in einer Niedrigzinsphase anzubieten, wo die Finanzierungskosten ohnehin schon günstig sind. Notwendig sind Investitionskostenzuschüsse für die Infrastruktur, beispielsweise für Kläranlagen und Kindergärten. Nur so werden wir mittel- bis langfristig Entspannung in den Wohnungsmarkt bekommen“, sagt Stüve abschließend.

Das Gebiet des Regionalverbandes (rund 2,3 Millionen Einwohner) reicht auf der Nord-Süd-Achse von Münzenberg bis Groß-Gerau und in West-Ost-Ausdehnung von Eppstein bis Langenselbold.

 

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