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Datum: 15.11.2016

Regionalparkgesellschaft Südwest realisiert Rad-Direktverbindung von Frankfurt nach Darmstadt

Hessisches Verkehrsministerium fördert das Projekt mit bis zu 80 Prozent

(tek) Die Rad-Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt wird vom hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit bis zu 80 Prozent der Baukosten gefördert. Das ist mehr als bei anderen Infrastrukturprojekten üblich. Mit Bau und Planung der Rad-Direktverbindung wurde jetzt die Regionalpark RheinMain Südwest gGmbH beauftragt. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat in seiner heutigen Sitzung die Übernahme der sogenannten „Vorhabenträgerschaft“ beschlossen. Bislang lag die Koordination für die Radverbindung beim Regionalverband FrankfurtRheinMain. Der Verband kümmert sich bei solchen regionalen Projekten gerne um die Vorplanung, übernimmt aber keine Durchführungen.

Die Regionalparkgesellschaft Südwest bietet mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how die besten Voraussetzungen. So unterhält die Gesellschaft unter anderem die Beschilderung für über 250 Kilometer Regionalparkwege. Darüber hinaus ist die gGmbH als gemeinnützig für Naturschutz und Landschaftspflege anerkannt. Gerade weil auch eventuell sensible Landschaftsteile von der Radwegeplanung betroffen sind, hat die Gesellschaft hierzu viel Erfahrung und die erforderliche Sensibilität.

Der zirka 30 Kilometer lange Radschnellweg wird von Frankfurt aus über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen nach Darmstadt geführt. Alle Kommunen sind Mitglied der Regionalparkgesellschaft Südwest, bis auf Erzhausen und Darmstadt. Diese würden bei dem Projekt entsprechend assoziiert. Nach einer Machbarkeitsstudie, die im vergangenen Jahr vom Regionalverband vorgestellt wurde, stehen derzeit zwei Routenvarianten zur Diskussion.

Eine zweite gute Nachricht kommt vom Land Hessen. Das Verkehrsministerium hat signalisiert, dass es das derzeit auf rund 8,5 Millionen Euro geschätzte Vorhaben – in den Betrag sind die Kosten für Grundstückskäufe, Ausgleichsmaßnahmen und Beschilderung noch nicht eingerechnet – mit bis zu 80 Prozent des Kostenvolumens fördern wird. Den Rest tragen die Kommunen. Der Regelfördersatz bei In-frastrukturvorhaben liegt bei 60 bis 70 Prozent der Baukosten.

Der Regionalverband kümmert sich weiterhin um die Rad-Direktverbindungen von Frankfurt nach Hanau sowie von Frankfurt zum Flughafen. Für die Strecke nach Hanau wird derzeit ebenfalls eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Darüber hinaus wird der Verband die überregionalen Aspekte der Radverbindungen wie zentrale Verknüpfungspunkte, einheitliche Beschilderung und dergleichen mehr im Auge haben.

Rad-Direktverbindungen sind vornehmlich für Berufspendler gedacht. Die Merkmale sind: eine mehr oder minder direkte Wegführung ohne Umwege möglichst separat vom Auto- oder Fußgängerverkehr, wenig „Hindernisse“ mit nur geringen Wartezeiten wie beispielsweise Ampeln, eine glatte Fahrbahnoberfläche, um hohe Fahrgeschwindigkeiten über weite Strecken zu ermöglichen, sowie bis zu vier Meter breite Fahrbahnen. Die Trassen können sowohl mit „normalen“ Rädern als auch mit Pedelecs befahren werden.



Zitate

Herbert Hunkel, Aufsichtsratsvorsitzender der Regionalpark RheinMain Südwest gGmbH:

„In den letzten Jahren wurden unter unserer Regie zahlreiche öffentlich geförderte Projekte erfolgreich geplant und ausgeführt. Darunter zählen die Ölhafenbrücke in Raunheim, der Opelsteg in Rüsselsheim, die Schleusenumfahrung in Gustavsburg, die Gestaltung des Goetheturms in Frankfurt und der Radweg rund um den Flughafen. Deshalb übernehmen wir diese Aufgabe sehr gerne.“

Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister:

„Die Rhein-Main-Region ist ein Gebiet der kurzen Wege. Da bietet sich das Fahrrad nicht nur in der Freizeit, sondern insbesondere auch auf dem Weg zur Arbeit geradezu an. Ich bin überzeugt, dass wir mit einem solchen Angebot Berufspendlern das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad noch leichter machen und den Anteil des Radverkehrs in der Region steigern können. Wegen der landesweiten Bedeutung greifen wir deshalb den beteiligten Kommunen bei Planung und Bau finanziell deutlich stärker als üblich unter die Arme. Das wird eines der größten Radprojekte, das wir als Land bislang gefördert haben. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch nochmals ausdrücklich für das Engagement des Regionalverbandes für dieses Projekt bedanken.“

Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain:

„Ich freue mich sehr, dass wir die erste Rad-Direktverbindung in Hessen auf den Weg gebracht haben. Für die Realisierung des Projekts haben wir mit der Regionalparkgesellschaft Südwest einen erfahrenen und kompetenten Partner gefunden. Ich denke, jetzt wird die Rad-Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt zügig umgesetzt werden. Wir stehen natürlich weiterhin bei noch offenen Fragen gerne beratend zur Seite. Der Regionalverband wird auch für die weiteren Routen Realisierungspartner finden und neue Verbindungen wieder anschieben. Der Anfang für ein ganzes regionales Netz für Rad-Direktverbindungen ist gemacht.“

 

 

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