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Datum: 16.06.2016

Wohnbaufertigstellungen weiter auf hohem Niveau

Regionalverbandsdirektor Stüve fordert Siedlungsentwicklungsprogramme für Kommunen

„Die Zahl der Baufertigstellungen ist auch im Jahr 2015 auf einem hohen Niveau geblieben, aber nicht mehr signifikant gestiegen.“ So kommentiert der Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, Ludger Stüve (SPD), die jüngsten Erhebungen des Hessischen Statistischen Landesamtes. Danach wurden im vergangenen Jahr im Verbandsgebiet 8.979 Wohnungen fertiggestellt, im Jahr 2014 waren es 8.926. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 wurden 5.359 Wohnungen gebaut, 2012 5.991 und 2013 6.718. Erst kürzlich hat der Verband in einer Prognose errechnet, dass bis zum Jahr 2030 pro Jahr 10.900 Wohnungen erstellt werden müssten, um den Bedarf zu decken.

„Die Kommunen müssen ihre Anstrengungen nochmals steigern, um dem wachsenden Bedarf an Wohnraum gerecht zu werden“, sagt Stüve. Er verweist erneut darauf, dass der Zuzug in unsere Region mit rund 27.000 Menschen pro Jahr, allein in Frankfurt sind es 14.000 per anno, ungebrochen hoch ist. „Wenn nicht mehr gebaut wird, werden die Mieten weiter steigen. Zudem stellt sich die Frage, ob unter den jetzigen Bedingungen langer Planungszyklen und aufwendiger Verfahren eine Steigerung überhaupt möglich ist. Es reicht nicht, nur Mittel für den sozialen Wohnungsbau aufzustocken, der Gesetzgeber muss auch die Verfahren zur Baulandentwicklung beschleunigen.“

Im Einzelnen ist festzustellen, dass die Kommunen recht unterschiedliche Sprünge gemacht haben. So gab es beispielsweise in Mörfelden-Walldorf einen Anstieg von 24 (Jahr 2014) auf 176 (Jahr 2015) Fertigstellungen, in Friedrichsdorf von 90 auf 144, in Maintal von 75 auf 118, in Friedberg von 96 auf 198 und in Seligenstadt von 116 auf 209. Hingegen sind beispielsweise die Zahlen in Rüsselsheim von 212 (Jahr 2014) auf 138 (Jahr 2015), in Oberursel von 220 auf 105, in Hanau von 213 auf 170 und in Eschborn von 109 auf 40 gesunken. „Diese Sprünge sind meistens mit Baugebieten, die in einem Jahr fertiggestellt wurden, zu erklären. Danach dauert es in der Regel eine Weile bis zur Vollendung des nächsten Baugebietes“, sagt Stüve. Insgesamt fordert der Verbandsdirektor, dass die Kommunen eine Zukunftsplanung vornehmen und sich Gedanken über ihre Siedlungsentwicklung machen. „Im sozialen Wohnungsbau muss eindeutig mehr passieren. Fördermittel nutzen erst dann, wenn sie auch abgerufen werden.“

In den Großstädten Frankfurt sind mit 4.418 Baufertigstellungen im Jahr 2014 und 4.325 im Jahr 2015 sowie in Offenbach mit 420 in 2014 und 427 in 2015 die Werte in etwa gleich geblieben.

Der Regionalverband zählt 75 Mitgliedskommunen, der Raum reicht in Süd-Nord-Ausdehnung von Groß-Gerau bis Münzenberg und auf der West-Ost-Achse von Eppstein bis Langenselbold. Der Verband hatte zudem kürzlich die jüngsten Zahlen zu den Baugenehmigungen veröffentlicht, die Zahl der Baufertigstellungen spiegeln diese mit einem Zeitverzug von rund zwei Jahren in etwa wider.

 

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