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Fußläufige Erreichbarkeit von Bahnhöfen – Ein zentraler Baustein moderner Mobilitätsplanung

Eine gute und zukunftsfähige Mobilitätsplanung erfordert heute leicht erreichbare Angebote im öffentlichen Nahverkehr. Besonders wichtig ist, dass Menschen Bahnhaltepunkte zu Fuß schnell und sicher erreichen können. Das macht Bus und Bahn attraktiver und alltagstauglicher. Gerade in Städten und Stadtrandgebieten ist ein direkter Zugang zu Bahnstationen entscheidend für eine erfolgreiche Verkehrswende – also den Wandel hin zu einem Verkehrssystem, das umweltfreundlicher, sozial gerechter und weniger vom Auto abhängig ist. Kurze, barrierefreie Wege entlasten Straßen und Umwelt. Sie erleichtern den Alltag für Menschen ohne Auto, für ältere Personen und für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Außerdem ermöglichen sie einen schnellen und einfachen Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln. So wird der öffentliche Verkehr insgesamt attraktiver und klimafreundlicher.


Bedeutung der fußläufigen Erreichbarkeit

In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Untersuchungen insbesondere auf der Qualität der Wegebeziehungen zu den Bahnhöfen. Eine gute fußläufige Erreichbarkeit bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Förderung der ÖPNV-Nutzung: Je komfortabler und sicherer der Zugang zu Bahnstationen gestaltet ist, desto eher wird der öffentliche Verkehr im Alltag genutzt.

  • Stärkung der Lebensqualität: Menschen ohne eigenes Auto, ältere Personen sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren besonders von gut ausgebauten und barrierefreien Fußwegen.

  • Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs: Sind Bahnhöfe bequem zu Fuß erreichbar, sinkt die Notwendigkeit, das Auto als Zubringer zu nutzen. Dies entlastet das Straßennetz, reduziert Staus und verbessert die Luftqualität.

  • Intermodale Mobilität: Kurze, sichere und intuitive Wege fördern den Umstieg zwischen Verkehrsmitteln und unterstützen damit ein modernes, vernetztes Mobilitätssystem.

  • Umweltfreundlichkeit: Fußverkehr ist die emissionsfreieste und flächeneffizienteste Form der Mobilität und benötigt keine zusätzliche technische Infrastruktur.


Zuwegung zum Bahnhaltepunkt Mörfelden – sinnvolle Querungshilfe, fahrbahngleiche Bordsteinabsenkungen, breit angelegt mit moderatem Gefälle

Best Practice: Stationszugang barrierefrei gestaltet

Im Rahmen eines umfassenden Erhebungsprojekts wurden über mehrere Jahre hinweg alle 179 Stationen im Gebiet, das die Mobilitätsstrategie FrankfurtRheinMain umfasst, untersucht. Unterstützt von Studierenden verschiedener Hochschulen erfolgte eine systematische Analyse der fußläufigen Zugangsqualität im näheren Bahnhofsumfeld. Dabei standen insbesondere folgende Aspekte im Mittelpunkt:
Zustand und Beschaffenheit der Gehwegoberflächen

  • Ausreichende Breite der Fußwege

  • Identifikation möglicher Stolperstellen

  • Vorhandensein abgesenkter Bordsteine

  • sicher gestaltete Querungsstellen und Querungshilfen

In den Stationen selbst wurde zusätzlich geprüft, ob ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen gewährleistet ist. Diese Detailbetrachtungen sorgen für eine realistische Einschätzung der tatsächlichen Nutzbarkeit der Bahnhaltepunkte und liefern wichtige Grundlagen für Verbesserungen.


Zuwegung zum Bahnhaltepunkt Altenstadt – hell, freundlich, breit angelegt

Vernetzung und fachlicher Austausch

Die fußläufige Erreichbarkeit von ÖPNV-Stationen gewinnt deutschlandweit an Bedeutung. Der Regionalverband FrankfurtRheinMain beteiligt sich intensiv am überregionalen Austausch, der insbesondere durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) angestoßen wurde. Perspektivisch wird ein regelmäßiger, kontinuierlicher Austausch aller Fachakteure angestrebt.
Auch die Untersuchungen im eigenen Verbandsgebiet sollen nicht punktuell bleiben: Nach baulichen Veränderungen, Umbauten oder Sanierungen ist ein wiederholtes Monitoring vorgesehen. Darüber hinaus ist eine Ausweitung der Analysen – etwa auf Straßenbahn-Haltestellen – denkbar.


Ausblick – Die Zukunft des Fußverkehrs
Angesichts von Klimawandel, Energiewende und demografischem Wandel wird der Fußverkehr künftig eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Eine nutzerfreundliche, nachhaltige Mobilitäts- und Stadtplanung benötigt gezielte Maßnahmen:

  • Infrastruktur stärken: Ausbau barrierefreier, sicherer und attraktiver Fußwege mit guter Beleuchtung, klarer Wegführung und hoher Aufenthaltsqualität.

  • Städte umgestalten: Förderung fußgängerfreundlicher Räume durch Verkehrsberuhigung, autofreie Zonen und eine bedarfsgerechte Umverteilung des Straßenraums.

  • Verkehrspolitik integrieren: Der Fußverkehr muss als gleichberechtigter Bestandteil der Mobilitätsplanung dauerhaft verankert werden.