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Datum: 23.04.2026

Demografie, Fachkräftesicherung und Finanzierung bleiben zentrale Herausforderungen der Daseinsvorsorge

Regionalverband veröffentlicht neues Monitoring zur Daseinsvorsorge in der Metropolregion FrankfurtRheinMain

Wie ist die soziale Infrastruktur in der Region FRM aufgestellt, und welche Fortschritte konnten in den letzten Jahren erzielt werden? Dazu hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain ein aktualisiertes Monitoring mit statistischen Daten zur Daseinsvorsorge in der Metropolregion FrankfurtRheinMain veröffentlicht. Schwerpunkte der digitalen Publikation bilden Auswertungen zu Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheit und Pflege.

„Der demografische Wandel und die alternde Gesellschaft stellen auch unsere Region vor wachsende Herausforderungen. Bei den Versorgungsstrukturen in der Kinderbetreuung und Pflege besteht weiterhin Ausbaubedarf, bereits heute kommt es in Erziehungs-, Gesundheits- und Pflegeberufen zu Fachkräfteengpässen. Hinzu kommt eine vielerorts angespannte Haushaltslage in den Kommunen“, sagten Verbandsdirektorin Claudia Jäger und der Erste Beigeordnete Rouven Kötter zu den Ergebnissen.

In der Kindertagesbetreuung wurden die Angebotsstrukturen in der Metropolregion FRM während der vergangenen fünf Jahre weiter ausgebaut. Dabei entstanden 212 zusätzliche Tageseinrichtungen und 21.972 neue Betreuungsplätze für Kinder. Damit einher ging ein Personalaufbau um 14,1 Prozent.

Auch wenn die Betreuungsquote der unter Dreijährigen in der Metropolregion inzwischen auf 35,5 Prozent angestiegen ist und die Geburtenzahlen zuletzt rückläufig waren, muss weiter von einer Bedarfslücke ausgegangen werden: Laut Kinderbetreuungsstudie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) äußern 50 Prozent der befragten Eltern in den westdeutschen Bundesländern einen Betreuungsbedarf für ihre unter dreijährigen Kinder.

Im Bereich der medizinischen Versorgung stehen in der Metropolregion in 115 Krankenhäusern gut 28.900 Krankenhausbetten zur Verfügung, also rechnerisch 49,6 Betten je 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Fast die Hälfte der Betten wird in den kreisfreien Städten vorgehalten. Mit bis zu 307 Ärztinnen und Ärzten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist der Versorgungsgrad in den großen Städten höher als im Umland, was insbesondere an der besseren fachärztlichen Versorgung liegt. Dies zeigt sich auch bei den Zahlen zur kinderärztlichen Versorgung. Maßgeblich für die ärztliche Versorgung sind die Bedarfspläne der Kassenärztlichen Vereinigungen, die auf Grundlage der Bedarfsplanungsrichtline des Gemeinsamen Bundesausschuss(G-BA) erstellt werden.

Daten zur ärztlichen Altersstruktur lassen für die kommenden Jahre erhebliche Nachbesetzungsbedarfe erwarten. Eine überdurchschnittliche Alterung ist vor allem in den hausärztlichen Fachgruppen zu beobachten. So beträgt der Anteil der über 65-jährigen Hausärztinnen und -ärzte in manchen Teilen der Metropolregion bereits mehr als 20 Prozent.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in der Metropolregion hat sich binnen zehn Jahren von rund 169.500 auf gut 352.200 Personen im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. Hierzu haben neben einer alternden Gesellschaft Reformen im Rahmen des Pflegestärkungsgesetz II beigetragen, wodurch seit 2017 mehr Menschen als pflegebedürftig gelten. Nur 15,8 Prozent der Pflegebedürftigen wurden stationär in Pflegeheimen versorgt, vier von fünf Pflegebedürftigen hingegen zu Hause.

Mit den wachsenden Bedarfen ist die Zahl der Plätze in Pflegeheimen bis 2023 auf 57.776 gewachsen – gut 7.900 Plätze (+15,9 Prozent) mehr als noch im Jahr 2013. Im selben Zeitraum wurde das Pflegepersonal in den Heimen um 23,3 Prozent auf 46.732 Personen aufgestockt. In der ambulanten Pflege fiel das Personalwachstum mit 59,8 Prozent noch größer aus, während jedoch die Zahl der ambulant versorgten Pflegebedürftigen zugleich um 71,0 Prozent gestiegen ist.

„Die Sicherung der sozialen Daseinsvorsorge ist ein wichtiger Baustein, um Lebensqualität, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe der Menschen in unserer Region zu fördern. Das neue Monitoring unterstreicht einmal mehr die wachsende Bedeutung der Fachkräftesicherung gerade auch in den sozialen Berufen. Hierfür setzt sich der Regionalverband ein, der bereits 2015 eine Willkommensstrategie für die Metropolregion mit Maßnahmen für die Anwerbung, Gewinnung und Bindung internationaler Fachkräfte auf den Weg gebracht hat. Daraus ist unter anderem das Fachkräfteportal ‚Find it in FRM‘ hervorgegangen. Derzeit arbeiten wir im Regionalverband an einer aktualisierten Fachkräftestrategie, die dem veränderten Arbeitsmarkt Rechnung trägt und die Zukunftsfähigkeit der Region stärkt“, betonen Verbandsdirektorin Claudia Jäger und der Erster Beigeordnete Rouven Kötter.


Weitere Informationen

  • Die Metropolregion FrankfurtRheinMain mit rund 5,8 Millionen Einwohnern zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen und den treibenden Kräften in Deutschland und Europa. Sie geht über das Verbandsgebiet hinaus und erstreckt sich über Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Insgesamt setzt sich die Metropolregion aus acht kreisfreien Städten und 18 Landkreisen zusammen.
  • Das Regionale Monitoring „Daseinsvorsorge“ erscheint in der Reihe „Auf den Punkt gebracht: Die Metropolregion FrankfurtRheinMain“ und kann hier heruntergeladen werden. Bitte im Suchfeld der Startseite den folgenden Webcode eingeben: zkr15

 

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