Sprungziele
Inhalt
 
Datum: 12.06.2026

Innovative Lösungen für eine resiliente Wasserwirtschaft

70 Fachleute diskutieren beim Fachforum Wasser Ansätze wassersensibler Siedlungsentwicklung und Herausforderungen der Trinkwasserversorgung

Wasser rückt im fortschreitenden Klimawandel immer stärker in den Fokus. Welche Erfahrungen gibt es mit wassersensibler Siedlungsentwicklung? Und wie schützen sich Landkreise und Kommunen vor zukünftigen Starkregenereignissen? Das waren zwei von vielen weiteren Themen, die beim diesjährigen Fachforum Wasser des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain diskutiert wurden. An dem kürzlichen Austausch im Haus der Region nahmen 70 Fachleute teil.

Unter dem Motto „Schwammstadt, Grünraum und Retention“ stellte Dr. Heike Hübener (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) Werkzeuge der wassersensiblen Siedlungsentwicklung vor. Städte sollen zu „Schwammstädten“ umgestaltet werden, damit sie Regenwasser besser aufnehmen und speichern können. Dafür ist es wichtig, befestigte Oberflächen wasserdurchlässig zu gestalten. Weitere Elemente sind Versickerungsmulden und -flächen, Wasserspeicher und Zisternen, mehr Stadtgrün und Begrünung von Gebäuden und Dächern mit klimaresilienten Bäumen und Pflanzen.

Wie im Karbener Brunnenquartier ein vorbildliches Regenwasser-Management umgesetzt wird, stellte Julin Birkner-Schäfer (Stadt Karben) vor. Dabei gibt es ein umfangreiches Konzept für die Wassernutzung des Wohnviertels. Diverse Rigolensysteme – unterirdische Wasserspeicher – sorgen dafür, dass das Regenwasser möglichst lange in der Fläche zurückgehalten wird.

Von der Planung und Realisierung eines kreisübergreifenden, interkommunalen Starkregenfrühwarnsystems berichteten vom Wetteraukreis Thomas Buch und Jessica Platzer von der Fachstelle Wasser- und Bodenschutz. Wetteraukreis, Hochtaunuskreis und Main-Kinzig-Kreis bauen derzeit ein integriertes und digitales Frühwarmsystem inklusive Echtzeitüberwachung, Gefahrenkarte, Alarmierung und Risikomanagement auf. Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation. Diskutiert wurden hier unter anderem die Herausforderungen bei der Vergabe von externen Dienstleistungen.

Jochen Schmitt-Laux (Stadt Kronberg), Finja Mieth (ekom21 – KGRZ Hessen) und Dr. Benjamin Mewes (Firma Okeanos) zeigten am Beispiel der Städte Kronberg und Eschborn, wie KI-basierte Systeme zur Früherkennung von Starkregenereignissen beitragen können. Durch ausgeklügelte Systeme lassen sich Starkregenereignisse sowie ihre Auswirkungen zeitlich und lokal besser vorhersagen, und Kommunen können sich darauf vorbereiten.

Einen zweiten Schwerpunkt bildete das Thema Trinkwasser. Michael Denk (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat) informierte über aktuelle Entwicklungen in der kommunalen Wasserwirtschaft. Dazu gehörten unter anderem die neue EU-Grundwasserrichtlinie, die Wassersicherstellung als Krisenvorsorge sowie der aktuelle Stand der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung und der kommunalen Wasserkonzepte.

Einen spannenden Einblick in die Problematik von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS)in Oberflächengewässern und Trinkwasserbrunnen ermöglichte Martina Steinbach (Hessenwasser). Dabei wurden Herkunft, Wirkungen und die Bedeutung der Stoffe für die Wasserversorgung umfassend dargestellt. Deutlich wurde: Der Umgang mit PFAS ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für unseren Gesundheitsschutz. Wir alle sind gefordert Einträge bestmöglich zu vermeiden und bestehende Belastungen zu reduzieren. Gemeinsam gilt es, die negativen Auswirkungen von PFAS auf unsere Ressource Wasser nachhaltig zu minimieren.

Last but not least präsentierte Yannick Feige (Regionalverband) das neue Schwammstadt-Modell des Regionalverbandes. Anhand des Modells lässt sich mithilfe von Häusern im Miniaturformat, Schwämmen und einer Gießkanne anschaulich verdeutlichen, wie das Schwammstadt-Prinzip in Städten und Siedlungsgebieten funktioniert. Das Schwammstadt-Modell sowie eine neu konzipierte mobile Ausstellung zum Thema Wasser können für umweltpädagogische Zwecke im Regionalverband ausgeliehen werden.

„Es ist schön zu sehen, wie viele Fachleute aus der kommunalen Wasserwirtschaft zusammengekommen sind, um sich über Landkreis- und Gemeindegrenzen hinaus zu zukunftsweisenden Projekten und innovativen Technologien auszutauschen. So gelingt es uns, das Fachwissen in der Breite nutzbar zu machen und die praktische Umsetzung vor Ort zu beschleunigen“, sagte Dr. Kirsten Schröder-Goga, Leiterin der Abteilung Klima, Energie und Nachhaltigkeit im Regionalverband.


Weitere Infos


 

Zurück