Europabüro FrankfurtRheinMain setzt sich für Fortsetzung des EU-Förderinstruments LEADER ein
Das EU-Förderinstrument LEADER dient der Stärkung ländlicher und peri-urbaner Räume. Es hat sich über viele Jahrzehnte als Bottom-up-Ansatz bewährt, bei dem lokale Aktionsgruppen regionale Entwicklungskonzepte erarbeiten und konkrete Projekte vor Ort umsetzen. LEADER müsse auch in der kommenden EU-Förderperiode ab 2028 fester Bestandteil der europäischen Förderpolitik bleiben, so die Position des Europabüros der Metropolregion FrankfurtRheinMain, das sich unter anderem mit einem Positionspapier für die Fortsetzung und den Ausbau des LEADER-Ansatzes nach 2027 einsetzt.
„LEADER ist ein bewährtes Förderinstrument, das den jeweiligen regionalen Bedarfen entsprechende Ansätze und Projekte hervorbringt. Es ist daher ganz besonders geeignet, um lokale Wertschöpfung, Daseinsvorsorge, Kultur und Innovation direkt vor Ort zu stärken und drängende Themen wie Digitalisierung, Verkehrs und Energiewende sowie Fachkräftemangel mit regional angepassten Lösungen zu adressieren,“ betont Rouven Kötter, Kommissionsvorsitzender des Europabüros.
Wie wichtig die Fortführung dieses erfolgreichen Bottom-up-Ansatzes ist, zeige sich aktuell zudem im Rahmen der Europawochen, bei denen auch kritisch über Europa diskutiert würde: „Förderprogramme wie LEADER stärken die Bürgerbeteiligung und machen sichtbar, wie mit europäischen Mitteln unmittelbar vor Ort ein konkreter und für die Menschen spürbarer Mehrwert geschaffen werden kann. Das kann wesentlich dazu beitragen, Verständnis und Akzeptanz für die EU zu fördern.“
Die laufenden Diskussionen über die künftige Programmstruktur der EU-Förderpolitik ab 2028 verfolgt das Europabüro daher mit großer Aufmerksamkeit. So sehen die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission vor, die bisherigen Förderinstrumente wie den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF+) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zusammenzuführen. Aus Sicht des Europabüros sei dabei unklar, inwieweit und mit welchen finanziellen Mitteln eine Förderung für die integrierte Entwicklung der ländlichen (und peri-urbanen) Räume fortgesetzt würde.
„Ländliche Entwicklung darf gerade in Metropolregionen wie FrankfurtRheinMain nicht auf landwirtschaftliche und agrarnahe Maßnahmen reduziert werden“, erklärt Susanna Caliendo, Leiterin des Europabüros. „Peri-urbane Räume verbinden ländliche und städtische Strukturen und prägen unsere Region in ganz besonderem Maße. Wir setzen uns als Europabüro daher dafür ein, dass diese Räume auch künftig als förderfähig anerkannt bleiben – als zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige und ausgeglichene Regionalentwicklung.“
Das vollständige Positionspapier des Europabüros FrankfurtRheinMain zur Zukunft von LEADER steht hier zur Verfügung:
https://www.europabuero-frm.de/media/custom/2674_591_1.PDF?1777012087
Weitere Informationen zu LEADER
• LEADER ist ein Förderinstrument der EU zur Stärkung des ländlichen Raumes. Die Abkürzung steht für „Liaison Entre Actions pour le Développement de l‘Economie Rurale“ („Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“).
• In sogenannten LEADER-Regionen erarbeiten lokale Aktionsgruppen unter Einbindung von Kommunen, Fachverbänden sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern regionale Entwicklungskonzepte und setzen konkrete Projekte vor Ort um.
• In der aktuellen Förderperiode 2023 bis 2027 werden in Hessen 24 LEADER-Regionen gefördert. Dafür stehen hessenweit zirka 105 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden vor allem bauliche und betriebliche Maßnahmen. Das Programm unterstützt Projekte von Kommunen, öffentlichen Einrichtungen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Privatpersonen sowie Verbänden und Vereinigungen.
• In der länderübergreifenden Metropolregion FrankfurtRheinMain, die Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern umfasst, gibt es in der aktuellen Förderperiode insgesamt 15 LEADER-Regionen, davon zwölf im hessischen Teil:
o Darmstadt-Dieburg
o Fulda-Süd
o Gießener Land
o Hoher Taunus
o Limburg-Weilburg
o Odenwald
o Rheingau
o Rhön
o SPESSARTregional
o Taunus
o Vogelsberg
o Wetterau/Oberhessen
Die aktuellen förderfähigen Gebiete im ländlichen Raum werden vom Land Hessen definiert und sind auf einer Karte dargestellt.
Weitere Informationen zum Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain
• Das Europabüro vertritt die Interessen der Metropolregion FrankfurtRheinMain direkt vor Ort in Brüssel und gestaltet die Förderkulisse aktiv mit. Über die Zentrale in Frankfurt informiert es die Kommunen der Metropolregion frühzeitig über aktuelle Initiativen und Projektaufrufe. Bei der Suche nach den passenden Förderprogrammen steht es den Kommunen beratend zur Seite oder vermittelt die erforderlichen Kontakte.
• Betreiber des Europabüros ist der Regionalverband FrankfurtRheinMain, in dessen Geschäftsstelle in Frankfurt sich auch die Zentrale des Europabüros befindet. Zusätzlich erhält das Europabüro finanzielle Unterstützung von Städten und Landkreisen der Metropolregion sowie von regionalen Partnern. Eine Repräsentanz in Brüssel vertritt mit zwei festen Mitarbeitern die Interessen der Metropolregion direkt vor Ort.
• Weitere Infos zur Arbeit des Europabüros der Metropolregion FrankfurtRheinMain finden Sie unter www.europabuero-frm.de
Weitere Informationen:
europa@region-frankfurt.de