Regionaler Wirtschaftsverkehr
Eine gemeinsame Wirtschaftsverkehrsstrategie für FrankfurtRheinMain
Eine wettbewerbsfähige und attraktive Region braucht eine zuverlässige Versorgung der Menschen und der Wirtschaft mit Waren und Dienstleistungen.
Der Regionalverband legte daher 2023 erstmalig ein regionsweites Handlungsprogramm vor: Die Regionale Wirtschaftsverkehrsstrategie FrankfurtRheinMain. Relevante Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft waren beteiligt und definierten im Dialog wichtige gemeinsame Handlungsfelder. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum war Kooperationspartner.
Ziel der Strategie ist die Optimierung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaftsverkehre unter Berücksichtigung der Anforderungen des Klimaschutzes, der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden.
Mit sieben verschiedenen Handlungsfeldern und darin enthaltenen Maßnahmen begegnen wir zukünftig den Herausforderungen im Wirtschaftsverkehr. Für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen konnten die zuständigen Akteure bereits gewonnen werden. Der Regionalverband begleitet und unterstützt die Umsetzung. Einige Maßnahmen werden durch den Regionalverband selbst vorangebracht.
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A. Schiene
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B. Straße
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C. Gewerbeflächen
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D. Kommunaler Wirtschaftsverkehr
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E. Ladeinfrastruktur
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F. Fachkräfte
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G. Dialog und Vernetzung
Hintergrund
Städte, Gemeinden und Regionen stehen national und international vor der großen Herausforderung, nachhaltige und zukunftsfähige Konzepte für die Versorgung der Menschen und der Wirtschaft zu entwickeln. Eine Vielzahl von dynamischen Veränderungsprozessen erfordern es, bestehende Logistik- und Mobilitätskonzepte anzupassen: Dazu gehören sowohl die Veränderungen im Konsumverhalten und die rasante Entwicklung des Online-Handels, wirtschaftliche Veränderungen wie flexibles Arbeiten, Anforderungen klimaneutraler Mobilität, Digitalisierung und Industrie 4.0 als auch die stetig zunehmende Flächenkonkurrenz im öffentlichen Raum.
In der Region FrankfurtRheinMain ist der Wirtschaftsverkehr – inklusive des Liefer- und Dienstleistungsverkehrs – von einem hohen Gesamtverkehrsaufkommen geprägt. Sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft befinden sich im Wachstum. Auf der Schiene sollen verschiedene Bauvorhaben (Wallauer Spange, Knoten Frankfurt, mehrere Neubaustrecken) neue Kapazitäten für umweltfreundliche Verkehre schaffen. Zudem wurden in verschiedenen regionalen Großstädten wie Frankfurt, Wiesbaden und Hanau bereits Logistikkonzepte erarbeitet, die sich allerdings stark auf die letzte Meile im innerstädtischen Bereich konzentrieren. Konzepte für den Wirtschaftsverkehr über die Stadtgrenzen hinaus sind bisher bundesweit kaum präsent.
Um die Herausforderungen in der Region strukturiert und lösungsorientiert zu betrachten, hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain die Regionale Wirtschaftsverkehrsstrategie FrankfurtRheinMain initiiert. Ihr Ziel ist es, mittels eines pragmatischen und umsetzungsorientierten Prozesses die Entwicklung der Wirtschaftsverkehre nachhaltig, zukunfts- und leistungsfähig über Gemeindegrenzen hinweg zu steuern. Veränderungsprozesse auf diversen Ebenen machen auch die Vielzahl der verschiedenen Interessenslagen deutlich: Gesellschaftlich getragene Lösungen für den Wirtschaftsverkehr können nur im Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern entstehen und gemeinsam umgesetzt werden. Daher wurde die Strategie auch gemeinsam in einem Multi-Stakeholder-Prozess erarbeitet.
Beteiligungsprozess
Für den Arbeitsprozess an der Wirtschaftsverkehrsstrategie initiierte der Regionalverband eine umfassende, strukturierte Beteiligung von Stakeholdern.
Kommunen, Kreise, Fachbehörden des Landes, Aufgabenträger und Betreiber der Verkehrsinfrastruktur, Wirtschaftsverbände und -akteure, Wissenschaft, Verkehrsfachverbände, Akteure der Wirtschaftsförderung sowie Interessensverbände für nachhaltigen Verkehr waren mit insgesamt mehr als 50 Schlüsselorganisationen eingebunden.
Die Stakeholder wurden dazu in einen politischen Kommunalbeirat, einen Fachbeirat, einen Wirtschaftsbeirat sowie das Netzwerk Wirtschaftsverkehr berufen. In einem kooperativen vierstufigen Prozess wurde die Strategie im Sinne eines regionalen Handlungsprogramms mit den Stakeholdern entwickelt und abgestimmt.
Kommunalbeirat
Städte, Sonderstatusstädte sowie eine Kommune aus jedem Landkreis im Gebiet des Regionalverbands FrankfurtRheinMain:
- Stadt Frankfurt am Main
- Stadt Hanau
- Stadt Offenbach am Main
- Stadt Rüsselsheim am Main
- Stadt Butzbach (Wetteraukreis)
- Stadt Eschborn (Main-Taunus-Kreis)
- Stadt Raunheim (Kreis Groß-Gerau)
- Stadt Rodgau (Kreis Offenbach)
- Stadt Usingen (Hochtaunuskreis)
- Gemeinde Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis)
- Hochtaunuskreis
- Kreis Groß-Gerau
- Kreis Offenbach
- Main-Kinzig-Kreis
- Main-Taunus-Kreis
- Wetteraukreis
Fachbeirat
Neben dem Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium waren folgende Aufgabenträger, Fachbehörden, Betreiber und Akteure von Verkehrsinfrastruktur beteiligt:
- Hessen Mobil
- Regierungspräsidium Darmstadt
- RMV
- DB Netz AG
- Hessische Landesbahn (HLB)
- Autobahn GmbH des Bundes
- Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger
- FRAPORT AG
- Deutsche Flugsicherung (Drohnen)
- IVM Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
Wissenschaftsexperten:
- Prof. Eva Kaßens-Noor, TU Darmstadt, Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
- Prof. Dr.-Ing. Frank Lademann, TH Mittelhessen, Fachgebiet Bahnsysteme und Verkehrstechnik
- Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, UAS Frankfurt, Professor für Produktionsmanagement und Logistik, Direktor Research Lab for Urban Transport (ReLUT)
- Prof. Dr.-Ing. Axel Wolfermann, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwesen, Verkehrswesen
Fachvertretung der Kommunen und Landkreise:
- Fachvertretende der Kommunen und Kreise des Kommunalbeirats
Wirtschaftsbeirat
- Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU)
- Hessischer Industrie- und Handelskammertag (HIHK), vertreten durch die IHK Frankfurt als federführende Kammer für das Thema Verkehr
- Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
- Speditions- und Logistikverband Hessen / Rheinland-Pfalz e.V.
- Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik Hessen e. V.
- Studiengemeinschaft für den kombinierten Verkehr (SGKV) e.V.
- Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) e.V.
- Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP) e.V.
- DB Cargo AG
- RheinCargo GmbH & Co. KG
- Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V.
- Radlogistikverband (RLVD) e.V.
- AirCargo Community Frankfurt e.V.
- Branchenverband Zivile Drohnen (BVZD) e.V.
Netzwerk Wirtschaftsverkehr
Netzwerk Verkehr/Mobilität:
- House of Logistics & Mobility (HoLM) GmbH
- Fachzentrum Nachhaltige Urbane Mobilität (FZ-NUM) des Landes Hessen / Hessen Trade & Invest (HTAI) GmbH
- Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) e. V.
Netzwerker Wirtschaftsentwicklung und -förderung, Regionsentwicklung:
- HA Hessen-Agentur GmbH
- PERFORM Zukunftsregion FrankfurtRheinMain
- Die Wirtschaftsinitiative RheinMain
Gemeinnützige Interessensverbände für nachhaltigen Verkehr:
- VCD Hessen e.V.
- BUND LV Hessen e.V.
- Pro Bahn e.V. Regionalverband Mittelhessen/Großraum Frankfurt
Eindrücke aus dem Beteiligungsprozess:
Abschluss und Ergebnis des Strategieprozesses
Als Ergebnis des Strategieprozesses wurde das gemeinsame Handlungsprogramm mit den wichtigsten Schwerpunktmaßnahmen für die Region bei der Abschlussveranstaltung am 05.09.2023 in Frankfurt am Main vorgestellt.
Interessante Podiumsgäste präsentierten und diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Fachbehörden und Verbänden:
1. Grußworte durch
- Dr. Christian Langhagen-Rohrbach, Referatsleiter Mobilität, Logistik und Binnenschifffahrt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum (HMWEVW)
- Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain
2. Politische Podiumsdiskussion zu den Handlungsfeldern für einen nachhaltigen Wirtschaftsverkehr in der Region FrankfurtRheinMain
- Dr. Christian Langhagen-Rohrbach, HMWEVW
- Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands
- Sabine Groß, Bürgermeisterin der Stadt Offenbach am Main
- Matthias Walther, Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises
3. Ergebnispräsentation der Regionale Wirtschaftsverkehrsstrategie mit Ausblick auf die Umsetzung
- Claudia Bohner-Degrell, Projektleiterin der Regionalen Wirtschaftsverkehrsstrategie, Regionalverband FrankfurtRheinMain
4. Fachliche Spotlights zu bereits laufenden Aktivitäten zum Wirtschaftsverkehr in der Region
- Torsten Bertram, Abteilungsleiter Mobilität und Radverkehr bei Hessen Mobil
- Heike Mühlhans, Geschäftsführerin IVM Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
- Dr. Karsten McGovern, Geschäftsführer der LEA LandesEnergieAgentur Hessen
- Dr. Stefanie Schwerdtfeger, Leiterin des Fachzentrums Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen für Kreis und Kommune/HTAI
- Dr. Axel Jacob, Senior Projektmanager, HOLM House of Logistics & Mobility
5. Themen-Forum 1 - Möglichkeiten des zuständigkeitsübergreifenden regionalen Verkehrsmanagements: Austausch mit IVM und Hessen Mobil zum baulastträgerübergreifenden Baustellenmanagement und dem Lkw-Führungsnetz
- Heike Mühlhans, Geschäftsführerin IVM
- Rüdiger Bernhard, Prokurist IVM
- Torsten Bertram, Abteilungsleiter bei Hessen Mobil
6. Themen-Forum 2 - Wie bringen wir mehr Güter auf die Schiene? Austausch mit DB Cargo und DIE GÜTERBAHNEN/NEE Netzwerk Europäischer Eisenbahnen zu Anforderungen an Schieneninfrastruktur und Flächen in der Region
- Sebastian Schilling, Senior Vice President Service Design DB Cargo
- Peter Westenberger, Geschäftsführer DIE GÜTERBAHNEN/NEE Netzwerk Europäischer Eisenbahnen
Hier geht es zur Pressemitteilung über die Abschlussveranstaltung.
Das gemeinsame Handlungsprogramm zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung des Wirtschaftsverkehrs in der Region:
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(3.1 MB)
Ein gemeinsames Handlungsprogramm zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung des Wirtschaftsverkehrs in der Region
Abschlussveranstaltung des Strategieprozesses am 5.9.2023